Wie man Studenten lehrt, mit Fragen und Zweifeln umzugehen: Eine Perspektive und ein Muster (German)

Bruce C. Hafen

Elder Bruce C. Hafen ist emeritierte Generalautorität. Zuvor hat er als Präsident der BYU-Idaho und Prorektor der BYU gedient.

 

Vortrag vor der BYU-Fakultät für religiöse Bildung am 28. August 2019

In den vom Bildungsausschuss der Kirche 2019 herausgegebenen „Richtlinien zur Stärkung religiösen Unterrichts“ ist beim „Zweck“ religiöser Bildung folgender neuer Wortlaut hinzugefügt worden—die „Fähigkeit [der Studenten] zu stärken, Antworten zu finden, Zweifel aufzulösen, mit Glauben zu reagieren und Gründe für die ihnen innewohnende Hoffnung zu geben, wie auch immer ihre Herausforderungen sein mögen.1

Weshalb denken die Brüder, dass wir diese neue Richtlinie brauchen? Präsident M. Russell Ballard hat uns das in seiner Ansprache 2016 gesagt, als er sehr offen darüber sprach, wie man HLT-Studenten im Internetzeitalter belehrt—eine kluge, liebevolle und hilfreiche Botschaft, die es verdient, erneut gelesen zu werden. Ein wichtiges Beispiel: „Was [unsere Studenten] heute auf ihren Mobilgeräten sehen, stellt ihren Glauben wahrscheinlich ebenso sehr auf die Probe, wie es ihn fördert. Viele unserer jungen Leute sind mit Google vertrauter als mit dem Evangelium.“ Deshalb „sind die Tage vorbei, in denen, wenn ein Student eine ernsthafte Frage stellte, ein Lehrer als Antwort sein oder ihr Zeugnis gab, in der Absicht, das Thema zu vermeiden. Die Tage sind vorbei, in denen Studenten vor Menschen geschützt waren, welche die Kirche angriffen.2

Wir müssen einander bei diesem wichtigen und sensiblen Thema helfen. Obwohl junge Heilige der Letzten Tage einen höheren Grad an Kirchenaktivität zeigen als jene anderer Religionen, verlieren wir doch einen wesentlichen Anteil.3 Eine umfangreiche Befragung örtlicher Führer der Kirche ergab kürzlich, dass fast alle dieser Führer Familienmitglieder oder Freunde haben, die durch irgendeine Glaubenskrise gegangen sind—und die meisten von ihnen sind der Ansicht, dass wir nicht für angemessene Informationen und Schulungen gesorgt haben, um einander zu helfen, auf solche Herausforderungen einzugehen.4

Marie und ich teilen Ihre Liebe für die Jugend Zions. Deshalb sind wir, so wie Sie, so bekümmert, wenn wir aus der Nähe beobachten, wie die Internetkultur, trotz ihrer enormen Segnungen, Übermittler eines gewissermaßen spirituellen Coronavirus geworden ist, der viel zu viele jüngere—und ältere—Heilige der Letzten Tage infiziert und desorientiert.

Und weil wir diese Sorge mit Ihnen teilen, hat Dekan Daniel Judd uns eingeladen, Ihnen von den Ideen in unserem Buch Glaube ist nicht blind5 zu berichten, und auch von unserem Podcast faithisnotblind.org und unseren Recherchen und Studien. Wir möchten mit Ihnen auch einiges teilen, was wir durch diese Projekte darüber gelernt haben, wie man Studenten hilft „mit gläubigem Auge (auszuschauen)“ (Alma 32:40), wenn sie beunruhigenden Fragen begegnen.

Glaube ist nicht blind: Ursprung, Ansatz und Vorgehensweise
Ursprung

Die Perspektive, auf der Glaube ist nicht blind und die damit zusammenhängenden Projekte basieren, hatte ihren Ursprung in einer Religionsklasse 1963 an der BYU mit dem Thema „Ihre religiösen Probleme“; sie wurde von West Belnap, dem damaligen Dekan für religiöse Bildung an der BYU, unterrichtet. In jener Klasse habe ich meine Frau Marie kennengelernt. (Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Studenten noch nach einem halben Jahrhundert auf das Bezug nehmen, was sie in Ihrer Klasse gelernt haben? Das mögen sie möglicherweise tun.) Bruder Belnap nutzte die erste Unterrichtsstunde dazu, uns sein eigenes, persönliches religiöses Problem zu schildern: „Wie kann ich die Gabe der Nächstenliebe erlangen?“ Er war überraschend offen, und es war sehr bewegend, welchen Einblick er uns in sein Trachten nach Nächstenliebe gewährte. Dann bat er jeden von uns, eine kurze Abhandlung zu schreiben, wie wir seine Frage lösen würden. Dieses Format wurde das Muster für jeden von uns: Eine Frage auswählen, die dir viel bedeutet, sie erforschen und anschließend darüber mit der Klasse ein Gespräch führen. Danach schrieben wir alle auf, wie wir dieses Problem lösen würden.

Der Unterricht war immer sehr offen, liebevoll and glaubensstärkend—eine erbauende Kombination—auch wenn die Gespräche solche den Verstand fordernden Themen umfassten wie Mehrehe, Rasse und Priestertum, Kritik des Buches Mormon, Kirchengeschichte, Josephs Lehren, Brighams Lehren und wie man das Evangelium umfassender leben kann. Bruder Belnap wollte, dass wir unsere eigenen Antworten finden, aber er wusste, wann uns ein hilfreicher Anstoß helfen würde.

Oft haben einige von uns im Flur und auf dem Gelände diese Gespräche weitergeführt. Marie und ich gehörten beide zu dieser kleinen Spontangruppe, und seither sind unsere Evangeliumsgespräche immer fortgesetzt worden—und sie gipfelten in unserer Entscheidung, gemeinsam Glaube ist nicht blind zu schreiben.

Wenn wir mit jedem von Ihnen beim Essen über die typischen heutigen Themen der Glaubenskrisen sprechen könnten (und das würden wir gerne tun, weil wir Ihre Gedanken dazu gerne hören würden; und wir würden Sie nicht einmal bitten, darüber eine Abhandlung zu schreiben; naja, vielleicht doch!) und wenn Sie uns fragen würden, was wir in den vergangenen 57 Jahren gelernt haben, was Ihren Studenten bei diesem Thema helfen könnte, würden wir Ihnen wahrscheinlich ein Exemplar von Glaube ist nicht blind überreichen. Dann würden wir Ihnen erklären, dass nach gebetserfülltem Ringen mit verschiedenen möglichen Ansätzen für das Buch wir uns bewusst entschieden haben, nicht in die Diskussion über spezifische Themen der Kirchengeschichte oder anderes vorzudringen. Wir haben uns entschieden, dass das Beste, was wir denen anbieten könnten, die zu kämpfen haben, und jenen, die ihnen helfen möchten, eine frische Gesamtperspektive und ein Muster dafür ist, wie sie die Herausforderungen ihres Glaubens durcharbeiten können. In diesem Sinne ist die Perspektive, die Sie vermitteln, und Ihre Einstellung zu dem, was im Klassenzimmer geschieht, und Ihr Rat zu diesen Themen wahrscheinlich wichtiger als die Details Ihrer Antworten.

Ein Leser von Glaube ist nicht blind sagte, das Buch sei nicht in erster Linie ein apologetischer Versuch, Glaube zu verteidigen, auch wenn unsere felsenfeste Verpflichtung zur Wiederherstellung an jeder Stelle sichtbar ist. Das ist deshalb so, weil—wie Clayton Christensen in seiner Buchkritik schrieb—Glaube ist nicht blind dem gleicht, was er in seinem Unterricht getan hat: „Anstatt den Studenten zu sagen, was sie denken sollen, versuche ich ihnen zu sagen, wie sie denken sollen, [so dass sie] selbständig Lösungen finden können.“ Deshalb, sagte er, gibt Glaube ist nicht blind „einen einfachen, aber machtvollen Drei-Phasen-Bezugsrahmen, den man selbständig anwenden kann, wenn man unerwarteten [Glaubens-]Herausforderungen begegnet“.6

Während ich die Grundprinzipien dieses Buches hier mit Ihnen teile, hoffe ich Ihnen zu zeigen, wie der Vorgang, Fragen und Zweifel durchzuarbeiten, uns helfen kann, unseren Glauben zu entwickeln. Dennoch zelebrieren wir Zweifel an und für sich nicht; es ist nicht unser Endziel, als Jünger ein zweifelnder Thomas zu werden. Jacob Hess hat es so ausgedrückt: Einige Autoren „bewerten Zweifel als eine höhere Stufe der Erleuchtung im Vergleich zu Mitgliedern der Kirche, die ihrer Meinung nach nicht einsichtig genug sind, um Wahrheit integer zu begegnen“. Aber, schreibt Hess, Glaube ist nicht blind beschreitet einen anderen Weg. Es zeigt „sanft, aber bestimmt“ den Weg durch Zweifel hindurch und jenseits davon „zu einer Klarheit, wie wenn der Pass über den Berg sich plötzlich öffnet und uns ein wunderschönes Tal zeigt“. Das tut es, indem es ein Umfeld schafft, wo Menschen „mit Weisheit und innerer Ruhe durch ihre komplexen Erfahrungen navigieren" können—einem Bereich, wo „Fragen angenommen werden können—durchdacht, ausreichend durchgearbeitet, um voranzugehen; und wenn ihre Fragen nicht alle gelöst sind, so bedrücken diese sie nicht mehr so sehr“.7

Das Buch klingt auch autobiographisch, denn es beginnt mit meinem eigenen frühen Navigieren durch Ungewissheit. Als ich neunzehn war und kurz davor stand, auf Mission zu gehen, war ich darin gefangen, Wissen und Glauben zu unterscheiden. Ich konnte nicht ehrlich sagen: „Ich weiß, dass das Evangelium wahr ist.“ Mir war klar, dass einige Leute diese Worte von mir erwarteten. Mit gutem Gewissen konnte ich aber nur sagen: „Ich glaube, dass es wahr ist.“ Und doch glaubte ich daran, dass mein Glaube zu Wissen heranwachsen könne—was er schließlich auch ganz gewiss tat, auf jederlei Weise, die Alma 32 beschreibt.

Inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich in dem Alter nicht die Worte hatte, um meinen Glauben angemessen auszudrücken. Der Unterschied zwischen wissen, glauben, zweifeln und sich nicht sicher sein ist nicht unerheblich. Doch sind diese Unterschiede oft unklar, weil unsere Erfahrung größer ist als unser Vokabular. Und wenn unser zuvor ungetrübter Glaube abrupt mit Fragen konfrontiert ist, die uns sprachlos lassen, auch nur momentan, dann mag unser Glaube nicht nur blind, sondern auch stumm erscheinen. Auch unsere spirituellen Wachstumsschmerzen können uns fragen lassen, ob etwas nicht stimmt. Wahrscheinlich brauchen wir aber nur mehr Erfahrung und ein besseres Vokabular, das durch Erfahrung bereichert worden ist.

Im Laufe der Zeit fand ich heraus, dass „wissen“ und „zweifeln“ nicht die einzige Alternative sind. Auch reicht es nicht aus nur zu entscheiden, ob man „konservativ“ oder „liberal“ ist. Solche polarisierenden Unterscheidungen sind nicht nur nicht hilfreich, sondern behindern auch unseren echten spirituellen Fortschritt. Sie mögen auch Eltern und Kinder oder Führer und Mitglieder der Kirche davon abhalten, einander zuzuhören und zu verstehen. Zu oft stellen junge Leute und andere Mitglieder aufrichtige, aber zu skeptische Fragen und ihre Eltern und Führer geben ihnen aufrichtige, aber zu vage oder zu strikte Antworten. Deshalb ist es der Zweck des Buches, jedem, der eine Herausforderung seines Glaubens erlebt, besonders aber jungen Menschen, einige Aussagen, Erfahrungen und Konzepte anzubieten, die, so hoffen wir, ein Muster beschreiben, das zu Zuversicht und Vertrauen in den Herrn und seine Kirche führt.

Unser Mitgefühl gehört denen, deren Glaube durch Informationen oder Menschen oder Erfahrungen, die sie an ihrem Glauben zweifeln lassen, unsicher geworden ist. Solche Überraschungen und Unsicherheiten zu erleben ist jedoch Teil des natürlichen Wachstumsprozesses für unseren Glauben. Wir haben viele solcher Überraschungen durchlebt und haben festgestellt, dass der einzige Weg, um echte, geprüfte spirituelle Reife zu entwickeln, darin besteht, solche Gegensätze durchzuarbeiten. Aus diesem Grund konnte John Milton einer klösterlichen Tugend nichts abgewinnen—einer ungeprüften, unerprobten Tugend, die „nie ihren Widersacher erlebt“.8 Wahrer Glaube ist nicht blind. Vielmehr sieht wahrer Glaube seinen Widersacher und überwindet ihn.9

Deshalb ist unser Augenmerk in Glaube ist nicht blind darauf gerichtet, wie wir von unseren Erfahrungen mit Ungewissheit und Widerstand lernen können, anstatt durch sie betroffen und enttäuscht zu werden. Wir sind sehr besorgt über die historischen und intellektuellen Fragen, die einige Mitglieder der Kirche bedrücken. Doch glauben wir, dass es am meisten hilft, einen Schritt zurückzutreten und den Vorgang, diese Fragen durchzuarbeiten, als Teil eines größeren Prozesses intellektueller und spiritueller Entwicklung zu sehen.

Viele von Ihnen helfen Ihren Studenten schon, durch die Brille einer langfristigen Perspektive zu schauen. Sie wissen schon, wie Sie ihnen als Heranwachsenden und Jungen Erwachsenen helfen können, durch die üblichen stürmischen Gewässer zu navigieren. Und mit der Sprache und den Einsichten Ihrer eigenen spirituellen Wachstumserfahrungen können Sie ihnen helfen, für den Rest ihres Lebens mit gläubigem Auge auszuschauen.

Ansatz und Vorgehensweise

Lassen Sie uns nun den Drei-Phasen-Prozess des Buches für den Umgang mit Ungewissheit betrachten, den Clay Christensen aus Glaube ist nicht blind zitiert hat. Dieses Modell ist das Kernkonzept des Buches und wird in Kapitel 2 „Die Einfachheit jenseits der Komplexität“ ausführlicher beschrieben.10

Wenn wir jung sind, betrachten die meisten von uns das Leben mit idealistischen Vorstellungen. Wenn wir dann heranwachsen und Erfahrungen sammeln, beginnen wir zu sehen, dass es aber ein Art „Kluft“ zwischen unseren idealistischen Erwartungen und dem gibt, was oft im wirklichen Leben passiert—eine natürliche Spannung zwischen den Idealen des Evangeliums und den Realitäten des Lebens. Betrachten Sie das als Kluft zwischen dem, was ist, und dem, was sein sollte.

Im Laufe der Zeit erkennen wir wahrscheinlich mehr von dieser Kluft—vielleicht entdecken wir menschliche Beschränkungen bei denen, die unsere Helden waren, wie unsere Eltern oder ein bewunderter Freund oder Führer. Vielleicht bleibt ein wichtiges Gebet zu lange unbeantwortet. Vielleicht stoßen wir auf neue verwirrende Informationen über ein Ereignis der Kirchengeschichte, von dem wir zuvor noch nie gehört hatten. Das Trainingszentrum für Missionare vermittelt uns eine angemessene positive, idealistische Vision der Missionsarbeit—aber der Alltag in einem fremden Land mit einer neuen Sprache und einem unerfahrenen Mitarbeiter kann solche hohen Erwartungen enttäuschen. Da wir alle Menschen sind, stimmt bei keinem die „Wirklichkeit“ uneingeschränkt mit dem „Ideal“ überein.

Wie können wir mit dieser „Kluft“ auf eine produktive Weise umgehen, die uns hilft zu wachsen? Wir empfehlen ein Drei-Phasen-Muster. Der amerikanische Richter Oliver Wendell Holmes gab uns einen Bezugsrahmen für unser Drei-Phasen Muster als er sagte: „Ich würde gar nichts für die Einfachheit diesseits der Komplexität geben. Doch würde ich mein Leben für die Einfachheit auf der anderen Seite der Komplexität geben. Holmes Einsicht legt nahe, dass geprüfte spirituelle Reife sich auf natürliche Weise folgendermaßen entwickelt—

Phase Eins ist die „Einfachheit diesseits der Komplexität“, wo unser Glaube kindlich ist und nicht durch Erfahrung geprüft. Moroni schreibt: „Ein Zeugnis empfangt ihr erst, nachdem euer Glaube geprüft ist“ (Ether 12:6). Phase Zwei ist „die Komplexität“, wo wir einer Glaubensprüfung begegnen und der Kluft zwischen dem Realen und dem Idealen. Hier mögen wir mit vielerart Widersprüchen und Ungewissheiten kämpfen. Phase Drei ist „die Einfachheit jenseits der Komplexität“, wo wir durch Erfahrungen lernen, wie man eine gefestigte, informierte und erprobte Perspektive entwickelt—eine neue fundiertere und realistischere Einfachheit als zuvor.

Betrachten wir drei Beispiele. Einmal besuchten wir eine Fast- und Zeugnisversammlung im Frauentrakt des Staatsgefängnisses von Utah. Eine Frau stand vor ihren Mitgefangenen und sagte mit tränenerfüllter Ehrlichkeit: „Als ich ein kleines Mädchen war, gab ich in der Kirche oft mein Zeugnis. Ich lief zum Rednerpult und sagte: ‚Ich liebe meine Mama und meinen Papa. Ich weiß, dass das Evangelium wahr ist. Mein Vater im Himmel liebt mich. Jesus hat für meine Sünden gelitten.’ Dann lief ich zu meiner Mutter zurück und setzte mich neben sie, und das Leben war schön. Aber heute, nach all diesen Jahren, weiß ich es auf eine ganz andere Weise. Das Evangelium ist wahr. Mein Vater im Himmel liebt mich. Jesus hat für meine Sünden gelitten. Und jetzt weiß ich, was diese Worte wirklich bedeuten. Sie entdeckte die Einfachheit jenseits der Komplexität.

Mit achtzehn Jahren war Holly überaus aktiv in der Kirche. Dann redete jemand ihr ein, dass eine bestimmte Lehre falsch sei, und das brachte sie so sehr ins Schleudern, dass sie ihre Mitgliedschaft in der Kirche aufgab. Einige Jahre später empfing ihre Kommilitonin und Zimmergefährtin die Missionarslektionen. Holly nahm daran teil. Ihr Herz wurde angerührt, und so entschied sie sich, zum ersten Mal seit Jahren, wieder zu beten. Kaum hatte sie die Worte „Vater im Himmel“ ausgesprochen, begann sie zu weinen und spürte eine liebevolle Verbindung zum Herrn, die sie später „die Nähe nannte. Als diese liebevolle Verbindung weiter wuchs, erweichte das ihr hartes Herz und wurde zu Vertrauen; und später wurde Holly wieder getauft. Sie fand die Einfachheit jenseits der Komplexität.

Adams und Evas Erfahrungen folgen dem gleichen Muster. Im Garten hatten sie Entscheidungsfreiheit, doch war ihr Glaube unschuldig, noch nicht erprobt. Sowie sie von der Frucht gegessen hatten, erlebten sie Komplexität—und diese komplexen Erfahrungen vermehrten sich rasch, als sie in eine manchmal brutale irdische Welt voller Dornen und Tränen vertrieben wurden. Doch allmählich lernten sie, was es bedeutet, glaubenstreu mit all den Widrigkeiten umzugehen. Als der Engel kam, um ihnen den Plan der Erlösung zu erklären und die zentrale Bedeutung des Sühnopfers Christi in jenem Plan, da verstanden Adam und Eva—sie erkannten den Sinn in ihrem Fall, in ihrer Pein und in ihren Opfern. Und Eva „hörte das alles und war froh und sagte: Wenn wir nicht übertreten hätten, so hätten wir nie Nachkommen gehabt und hätten nie Gut und Böse erkannt, auch nicht die Freude unserer Erlösung“ (Mose 5:11; Hervorhebung hinzugefügt). Sie entdeckte die Einfachheit jenseits der Komplexität.

Diese Beispiele zeigen uns, dass ein gläubiges Leben inmitten der Widrigkeiten den Sinn hat, unseren Studenten und all uns anderen dabei zu helfen, durch unsere komplexen Erfahrungen zu navigieren, inspirierte Lösungen für unsere eigenen Probleme zu entdecken und dadurch unsere Zuversicht und unser Vertrauen in den Herrn und seine Kirche zu stärken. Wenn wir auf diese Weise lernen, wie wir uns unseren Glauben bewahren können, wird unser Glaube uns bewahren und „der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren“ (Philipper 4:7).

Wie man Studenten als Mentor durch vorbeugende Beratung, Mitgefühl und Hilfe begleitet

Schon vor der Veröffentlichung von Glaube ist nicht blind hatten wir die ernüchternde Einsicht, dass viele von denen, die wir erreichen wollten, kaum Bücher lesen. Diese würden lieber einen Beitrag auf Facebook oder Instagram lesen oder ein YouTube-Video anschauen. Deshalb baten wir wirkliche Menschen, uns über ihre wirklichen Lebenserfahrungen mit Komplexität zu berichten. Dann begannen wir, ermutigt von Freunden und einigen aus der Familie, diese Erlebnisse aufzunehmen. Daraus wurde schließlich die Website faithisnotblind.org , die inzwischen 70 gefilmte Podcastinterviews von je 25 Minuten mit aufrichtigen, interessanten Mitgliedern der Kirche aus vielen Altersgruppen und unterschiedlichen Lebensumständen umfasst; mehr werden folgen. Diese Mitglieder kommen aus den USA und aus Europa. (Kostenlose Audioversionen sind unter dem Stichwort „faithisnotblind“ überall dort verfügbar, wo man Podcasts findet.)

Als wir diese Interviews nochmals mit unserem kleinen Team anhörten, wurden ganz von selbst einige Muster und Einsichten deutlich—wie glaubenstreue, normale Mitglieder der Kirche „komplexe Erfahrungen“ aller Art navigiert haben, um in die Reife der „Einfachheit jenseits der Komplexität“ zu gelangen. Ich möchte jetzt mit Ihnen einige der wichtigsten Erkenntnisse teilen, mit Beispielen in jeder der drei Kategorien. Diese werden Ihnen hoffentlich helfen, Ihre Studenten zu begleiten—wie man Verletzungen vorbeugt, voll Mitgefühl zuhört und nach Möglichkeit hilft. Vieles, was wir jetzt besprechen, kommt von jungen Erwachsenen gleich denen, die Sie belehren.

Wie man als Mentor durch vorbeugende Beratung begleitet

Glaubenstreue Studenten, die ein spirituelles Fundament haben und erkennen, dass Fragen ein normaler Teil ihrer spirituellen Entwicklung sind, sind besser als andere Studenten darauf vorbereitet, Glaubenskrisen zu vermeiden und schwierige Herausforderungen in glaubensstärkende Erfahrungen umzuwandeln.

In Bezug auf ein spirituelles Fundament versuchen Religionslehrer, wie Ärzte, „keinen Schaden anzurichten“.11 Aus diesem Grund sagte Präsident J. Reuben Clark: Diese Jugendlichen sind „Wahrheitssucher [und] kein Zweifel darf in ihr Herz gepflanzt werden.12 Deshalb war auch Elder Neal A. Maxwell über Lehrer besorgt, die „in der Gegenwart von Studenten, die Heilige der Letzten Tage sind und nach spiritueller Beratung trachten, mit ihren Zweifeln kokettieren.13

Darüber hinaus sind die meisten BYU-Studenten nicht aktiv in Auseinandersetzungen mit Kritikern der Kirche involviert. Lassen Sie uns also vorsichtig sein und sie nicht auf den Gedanken bringen, die Kirche sei ein sinkendes Schiff oder dass ihr Glaube minderwertig sei, falls sie keine Glaubenskrise gehabt haben. Die allermeisten kommen mit einem festen Zeugnis von dem in die Klasse, was Präsident Clark die beiden „wesentlichen Grundlagen“ nannte: dass Jesus der Christus ist und dass Joseph sein Prophet ist. Wahrscheinlich wird nur eine Minderheit von ihnen eine echte Glaubenskrise erleben, aber die allermeisten werden anderen Formen der Komplexität, des Widerstands und sogar traumatischen Erfahrungen begegnen—unbeantwortete Gebete, eine schwierige Ehe, keine Ehe, gesundheitliche Probleme, finanzielle Probleme und so weiter. Und viele werden Familienmitglieder und Freunde haben, die mit Glaubensfragen kämpfen.

Allerdings sind wahrscheinlich jene Studenten, die noch kein eigenes tief verwurzeltes Zeugnis von diesen (beiden) Grundlagen haben, am meisten gefährdet. Die Auseinandersetzung mit Fragen, die sich gegen die Kirche richten, hat sich größtenteils von akademischen, erforschten Argumenten (bei denen Gelehrte der Kirche einen bemerkenswerten Beitrag geleistet haben)14 hin zum persönlichen Abwerben online verschoben. Dabei nutzen aggressive und täuschende ehemalige Mitglieder der Kirche, die finanziell gut unterstützt werden, die sozialen Medien effektiv und suchen sich besonders diejenigen als Beute aus, die relativ uninformiert und nicht gefestigt sind.

Gute Eltern lehren ihre Kinder, nach den Geboten zu leben und ihr eigenes gut informiertes Zeugnis zu entwickeln, insbesondere in ihrer eigenen Beziehung zu Gott. Ohne jenen Anker werden junge Leute, wenn sie mit glaubenserschütternden Fragen konfrontiert sind, sich vielleicht das erste Mal fragen: Glaube ich das wirklich? Einige werden dann hart daran arbeiten, ihre eigene persönliche Beziehung zu Gott aufzubauen. Für andere aber können aggressive Argumente gegen die Kirche dazu führen, dass ihr zerbrechlicher Glaube kollabiert wie eine Hülle um ein Vakuum.

Zum Beispiel gab es einen jungen Mann, dessen Eltern ihn weder authentisches privates religiöses Verhalten lehrten noch ihm vorlebten. In jener Familie war man in Bezug auf „Kirche“ nur darauf bedacht, sein religiöses Verhalten öffentlich darzustellen. Er wuchs mit dem Gefühl auf, zu Kirchenversammlungen, dem Seminar, einer Mission und einer Tempelehe genötigt zu werden—weil seine Eltern ihn dazu drängten und sich beschwerten, wenn er nicht darauf reagierte. Seine Eltern litten unglücklicherweise auch unter Störungen, die sie (und damit natürlich auch andere HLT-Eltern) für ihn wie Heuchler aussehen ließen.

Jetzt befindet er sich in einer zermürbenden Midlife-Krise und erkennt, dass er in erschütterndem Maße anfällig für das ganze Arsenal der Argumente gegen die Wiederherstellung ist. Ein Therapeut unserer Kirche erzählt mir, dass seiner Erfahrung nach dieses Muster heutzutage nicht ungewöhnlich ist, besonders bei Familien in Utah. Wenn Menschen mit einem derart beschränkten Hintergrund die Kirche verlassen, verlassen sie nicht wirklich „die Kirche“ oder das wiederhergestellte Evangelium; vielmehr verlassen sie ein oberflächliches Imitat—ein Freund nannte das eine „verkümmerte, entleerte“ Version—der Kirche, die einzige Version, die sie wirklich kannten.

Sie werden viele natürliche Gelegenheiten finden, um Ihren Studenten zu helfen—insbesondere den spirituell unterernährten—damit diese lernen, was es bedeutet, ihre eigene persönliche Beziehung zum Herrn zu entwickeln, ihr eigenes umfassendes Experiment mit Almas Lehren. Menschen schätzen das, was sie entdecken, mehr als das, was ihnen gesagt wird. Helfen Sie ihnen, den Herrn für sich selbst zu entdecken. Es war sehr bedeutsam, aus den siebzig Podcastinterviews zu lernen, dass es einen alleinigen Faktor gibt, der am wichtigsten ist, um mit stärkerem Glauben aus unterschiedlichen komplexen Erfahrungen hervorzugehen, nämlich, dass jemand eine enge persönliche Beziehung—eine „Verbindung“—zum Herrn hat oder entwickelt. Das ist, was Holly „die Nähe“ nannte. Für sie war es eine bahnbrechende Veränderung.

Manchmal kann die Komplexität selbst der Katalysator sein, um diese enge Verbindung zu finden, falls jemand ausreichend sanftmütig ist, das zuzulassen. Wie ein Überlebender der Handkarrenpioniere sagte: „Wir wurden in unseren Widrigkeiten mit [Gott] vertraut. [Und[ es war ein Vorrecht, den Preis zu bezahlen, den wir zahlten [um ihn zu erkennen].15 Nicht alle, die ein Trauma überleben, würden sich so fühlen. Elder Maxwell hat gesagt: „Erfahrungen können Zweifel [und vielleicht auch Traumata] mildern oder bestärken, abhängig von dem Vorrat an Sanftmut, den man hat.16

Im Zusammenhang mit unserem Faith Is Not Blind Podcast und der Website befassen sich Sarah d’Evegnee, Eric d’Evegnee und Jacob Hess damit, vierzig schriftliche „Berichte über den Weg zurück“ zu analysieren, die von Menschen geschrieben wurden, die ihre persönliche Glaubenskrise ausreichend meistern konnten, um völlig zur Kirche zurückzukehren. Das vollständige Ergebnis ihrer Analyse—und die Berichte selbst—werden wahrscheinlich in der zweiten Hälfte 2020 auf faithisnotblind.org veröffentlicht. Sie sind dabei, die häufigsten gemeinsamen Themen und Muster in der Erfahrung dieser Menschen, die zurückgekommen sind, zu identifizieren; das wird anderen auf ihrem Weg durch religiöse Komplexität helfen sowie auch den Lehrern, Führern, Eltern und Freunden, die sie unterstützen. Sie berichten Folgendes über ihre hauptsächlichen, aber vorläufigen Ergebnisse: „Während die Berichte viele und sehr unterschiedliche auslösende Momente und Gefühle reflektieren, erweist sich die persönliche Beziehung mit dem Göttlichen als der singulär wichtigste Schlüssel in allen Berichten.“17

Eine weitere wichtige Quelle für Vorbeugung ist es, die Studenten zu lehren, dass schwierige Fragen, Widerstand und allerart Komplexität normal und natürlich sind—und oft wirkliches Lernen ermöglichen. Beispielsweise ergibt sich aus der Analyse der siebzig Podcastinterviews von Faith Is Not Blind ein weiteres Hauptthema—

wenn man im Voraus über Komplexität belehrt worden ist, anstatt davon überrascht zu werden, hilft das, Krisen zu verhindern, und kann den Fortschritt fördern und eine Einstellung, die den Reichtum der Geschichte und Lehre wertschätzt. Wem diese Perspektive vermittelt worden war, sah seine Zweifel und Fragen als Teil eines normalen, gesunden Prozesses an, anstatt davon betroffen oder deswegen beschämt zu sein. Oft hatte so jemand einen Mentor an seiner Seite (Eltern, Führer oder Lehrer), der ihm oder ihr dieses Verständnis von Kindheit an vermittelte. Solche Menschen konnten durch den Entwicklungsprozess ihren Glauben nähren und mit einer positiven Einstellung durch diese Erfahrung gehen. (Beispiele sind die Podcasts mit Tyler, Bill, Marcus und Sarah).18 (Alle in diesem Artikel erwähnten Podcasts sind zurzeit nur auf Englisch verfügbar; Anm.d.Übers.)

Die Interviews zeigten auch, dass einige geglaubt hatten, wirklicher „Glaube“ zeige sich in einem „vollkommenen“ oder „völlig sicheren“ Zeugnis. Deshalb neigte so jemand dazu,

eine „Alles oder Nichts-Einstellung zu haben. Wenn so jemand irgendeine Ungewissheit oder ernste Fragen erlebte, verlor er oder sie jeden Halt. Viele betrachteten das dann als „Glaubenskrise, weil sie den Begriff „Glauben“ so verstanden hatten. Und einige hatten das Gefühl, sie könnten nicht in der Kirche verbleiben oder aktiv sein, wenn ihr Zeugnis nicht völlig sicher war. [Als sie aber lernten], ihre Vorstellung vom „Glauben“ oder „Zeugnis“ zu erweitern, konnten sie ihre Zweifel durcharbeiten und zulassen, einen dynamischen Glauben zu haben, der wuchs und sich entwickelte. (Siehe Kristine, David L., Zach, Jason, Ryan.)19

So wie ein Impfstoff Kindern hilft, Immunität aufzubauen, ergaben unsere Interviews, dass jene, denen schwierige, aber altersgemäße Konzepte von Eltern oder guten Lehrern vermittelt worden waren, viel besser vorbereitet waren, wenn sich später „komplexe Erfahrungen“ ergaben. Beispielsweise hat Bischof Kevin Knight aus dem Oakland California Pfahl kürzlich die neunhundert Mitglieder der faithisnotblind Facebook-Gruppe um Einsichten gebeten, die ihm helfen würden, auftragsgemäß mit den Bischöfen seines Pfahls darüber zu sprechen, wie man „Jugendliche, die Zweifel haben“20, beraten kann. Hier einige Beispiele aus deren Antworten:

Als ich begann, Zweifel zu haben, hatte ich wirklich Schuldgefühle. Ich dachte, dass ich nicht genügend Glauben aufbrachte. Doch habe ich seither gelernt, dass meine Fragen mir halfen, stärkeren Glauben zu entwickeln. Fragen sind wunderbare Möglichkeiten, zu wachsen und stärker zu werden.

Wahrheit hält Fragen stand. Sie wird dadurch nicht geschwächt. Der Schlüssel ist, dass sie sich sicher genug fühlen, mit ihren Zweifeln zu ihren Eltern oder Führern der Kirche zu gehen, anstatt zu Google.

Ich würde ihnen sagen, dass es normal ist, Fragen zu haben. Zweifel sind ein wichtiger Teil des Weges zu einem echten, starken, unerschütterlichen Zeugnis.

Und Bischof Knight sagte: „Das ist der Schlüssel—sicherzustellen, dass unsere Jugendlichen wissen, dass Fragen—selbst Zweifel—normal sind, und man mit Eltern, Führern und Freunden offen darüber sprechen kann. So wie es üblich war, mit Kindern nicht über Sexualität zu sprechen, und heute klar verstanden wird, dass wir das tun müssen.

In der heutigen Welt ähnelt das Gespräch über Sexualität mit unseren Kindern in mancherlei Hinsicht tatsächlich dem Gespräch mit unseren Studenten über Kritik an der Kirche. Bei beiden Themen bietet das Internet heute völlig ungefilterte „Erwachsenenversionen, die „alles“ über die vermeintlichen, aber oft falschen „Geheimnisse“ berichten, bei denen es nicht angebracht ist, sie im Klassenraum zu besprechen. Ein weiterer Aspekt der „Vorbeugung“ ist es also, sich zu fragen, wann und wie man Studenten darauf vorbereitet, darauf zu reagieren, wenn sie erstmals heiklen glaubensbezogenen Informationen begegnen.

Wir haben jetzt eine beispielhafte Vorlage, um diese Frage zu beantworten—Heilige, die neue offizielle Geschichte der Kirche in Erzählform. Von fähigen Historikern und Autoren geschrieben, verwebt sie zuverlässige, gut lesbare und dokumentierte Berichte über viele Themen in natürliche, tatsächliche Begebenheiten, die zu den Hauptbestandteilen der Kirchengeschichte zählen. Bei weit gefächerten Themen, von den unterschiedlichen Berichten über die Erste Vision und die Übersetzung des Buches Mormon bis zu Sehersteinen und Mehrehe, bringt Heilige spezifische Themen in einen größeren, verständlichen Zusammenhang—ohne den Themen unnötige Aufmerksamkeit einzuräumen oder sie aus dem Zusammenhang zu reißen. Wenn dann ein Leser mehr wissen möchte, gibt es klare und verlässliche Fußnoten, die den Weg zu weitergehenden Nachforschungen zeigen. Auch der neue Kursus Grundlagen der Wiederherstellung, der im Institut und an der BYU unterrichtet wird, behandelt Kirchengeschichte ausführlicher als in der Vergangenheit und bietet mehr Hintergrundinformationen zu Themen und Fragen, die einen Studenten sonst überraschen könnten.

Nachdem wir solche klaren und altersgemäßen Zusammenhänge lehren, ermutigen wir die Studenten, Fragen zu stellen—irgendwelche aufrichtigen Fragen. Deswegen die Fußnoten. Und ob wir die Fragen im Unterricht oder privat besprechen, hängt von der Frage und dem Studenten ab. In beiden Fällen sind wir mit aller Sachlichkeit bereit für ein Gespräch.

Einige Lehrer mögen zögern, auf schwierige Fragen einzugehen, doch müssen wir niemals mehr sagen, als wir wissen. In der Tat mag es einigen unserer Studenten helfen zu erkennen, wie wir unsere eigenen Fragen durchgearbeitet haben, ohne immer absolute Gewissheit durch Antworten zu finden. Wir müssen auch kein Experte für Kirchengeschichte und ähnliche Bereiche sein, obwohl es Ihren nachdenklicheren und wissbegierigeren Studenten helfen wird zu spüren, dass ihr Religionslehrer ausreichend liest und zuhört, um allgemein ein gutes Gespür für die Themen des Tages zu haben.

Doch nochmals: Unsere Perspektive und unsere Einstellung zu dem, was wir besprechen, sind meistens wichtiger als das, was wir sagen. Und wenn Studenten den Eindruck haben, dass wir defensiv oder angespannt zu sein scheinen, wenn es darum geht, mit ihnen zu reden, dann werden sie wahrscheinlich auch nicht mit uns reden wollen. Präsident Ballard riet den Religionslehrern der Kirche, wir sollten

den Inhalt der [Abhandlungen zu Evangeliumsthemen] 21 so gut kennen wie unsere Westentasche. Wenn Sie Fragen zu diesen Essays haben, fragen Sie bitte jemanden, der diese studiert hat und versteht. Machen Sie sich [auch] mit der Website der Joseph Smith Papers vertraut und dem Bereich Geschichte der Kirche auf churchofjesuschrist.org und anderen Ressourcen von glaubenstreuen HLT-Gelehrten.22

Es ist natürlich, dass Mitglieder der Kirche von den Religionslehrern der Kirche erwarten, besser über diese Themen informiert zu sein als die normalen örtlichen Führer, insbesondere, da einige Daten darauf hinweisen, dass die Abhandlungen zu Evangeliumsthemen bei den örtlichen Führern noch immer nicht gut bekannt sind, von den Mitgliedern der Kirche ganz zu schweigen.23 Und wie Präsident Ballard noch gesagt hat: „Sie können den Studenten helfen, indem Sie ihnen erklären, was es bedeutet, beim Lernen Denken und Glauben zu kombinieren. Lehren Sie dies durch Ihr Vorbild und Ihre Vorgehensweise im Unterricht.

Religionslehrer sind aber keine Therapeuten. Einigen Studenten, die spüren, dass Sie zugänglich sind, müssen Sie vielleicht angemessene Grenzen setzen, denn jene mit Langzeitproblemen wie Abhängigkeiten oder Störungen mögen mehr Ihrer Zeit in Anspruch nehmen, als Sie ihnen geben können. Und es wird ihnen wahrscheinlich mehr helfen, mit einem professionellen Therapeuten oder ihrem Bischof zu sprechen. Sie können sie zwischenzeitlich auch auf die Website der Kirche verweisen, die ihnen sehr hilfreiches Material für eine Reihe schwieriger Herausforderungen bietet.

Auch können Religionslehrer nicht alle wirklich Experten bei der Erforschung der Kirchengeschichte sein, allein deshalb, weil es einem so viel abverlangt, umfassende historische Kompetenz zu entwickeln. Und deren autodidaktische Aneignung ist bei Geschichte möglicherweise genauso schwach und unzulänglich wie bei Medizin, Rechtswissenschaft oder im Ingenieurswesen. Jed Woodworth, leitender Historiker in der Geschichtsabteilung der Kirche und zuständig für Heilige, drückt es folgendermaßen aus: „Viele haben versucht, Experten für Kirchengeschichte zu werden und mussten feststellen, dass ihre Bemühungen, Fragen historisch korrekt zu beantworten, unzureichend waren.“ Doch „hängt die Wahrheit des wiederhergestellten Evangeliums nicht von Recherchen ab. Vielmehr wird ein Zeugnis durch Erfahrung erlangt.“24 Die Grundzüge und Hauptereignisse der Kirchengeschichte gut zu kennen ist wertvoll und sogar inspirierend. Aber ohne Hilfe im tieferen Wasser der Forschung zu navigieren, kann problematisch sein—nicht weil man dann zu viel weiß, sondern weil man wahrscheinlich zu wenig weiß, um Beweise, Quellen und Kontext angemessen zu bewerten.

Doch trifft es immer noch zu, dass die Kirche das reichhaltige Quellenmaterial ihrer Geschichte noch nie so umfassend und vollständig offen gelegt hat wie jetzt; und wir sollten Studenten dabei ermutigen und anleiten, historische Themen, die sie interessieren, zu verfolgen. Interessanterweise ergaben die Podcastinterviews von Faith Is Not Blind, dass diejenigen mit spezifischen Fragen zur Kirchengeschichte oder wissenschaftlichen Themen ihre Recherchen positiver erlebten, wenn sie vorher gelernt hatten, nicht überrascht zu sein, wenn sie dabei feststellen mussten, dass die von ihnen gefundenen Beweise nicht immer schlüssig waren und unterschiedlich interpretiert und in Zusammenhang gebracht werden konnten. Und diejenigen, die ihre eigenen geschichtlichen Recherchen durchführen wollten, machten zufriedenstellendere und verlässlichere Erfahrungen, wenn sie einen zuverlässigen, qualifizierten Mentor an ihrer Seite hatten, mit dem sie die Methoden ihrer Recherche und ihre Fragen besprechen konnten (siehe Podcasts mit David P, Janiece, Jeff, Ryan und Jason).25

Wie man als Mentor mit Mitgefühl begleitet

Leihen Sie all Ihren Studenten Ihr Ohr, und hören Sie ihnen gut zu; diejenigen, die ernsthaft mit Zweifeln und Fragen kämpfen, brauchen aber Ihr ehrliches Mitgefühl am allermeisten. In mehreren Podcastinterviews haben wir erfahren, wie herzzerreißend es war, wenn Familienmitglieder, Freunde, Führer oder Lehrer der Kirche diejenigen mit ehrlichen Fragen wegen ihres „Mangels an Glauben“ verurteilten und ihnen das Gefühl gaben, missverstanden, ungeliebt oder nicht willkommen zu sein—oder alles zusammen.

Viele Studenten werden Fragen haben oder Gerüchte hören, die sie beunruhigend genug finden, um Hilfe zu brauchen. Dennoch sagen junge Erwachsene, die mit uns befreundet sind, dass einige ihrer Freunde ihre beunruhigenden Fragen wahrscheinlich nicht mit einem Führer der Kirche oder Religionslehrer besprechen würden. Warum nicht? Zum einen teilen sie das heute weit verbreitete allgemeine Misstrauen ihrer Generation in Institutionen, besonders religiöse, und in die Menschen, die in ihren Augen solche Institutionen repräsentieren. Zum anderen sagte ein junger Freund uns auch, dass sie befürchten, man würde „ein Urteil über sie fällen und ihnen predigen“—was uns zeigt, wenn auch übertrieben, dass erwachsene Führer und Lehrer davon profitieren würden, größeres Mitgefühl zu zeigen.

Währenddessen sprechen solche Menschen in ihrer Not oft mit Freunden, die so uninformiert sein mögen wie sie selbst—und das verschlimmert dann ihre Bedenken—manchmal auf ansteckende Weise. Und dann gehen sie vielleicht gemeinsam ins Internet, ohne die erforderliche Perspektive oder Begleitung, und das Virus breitet sich aus.

Studien und Interviews mit Heiligen der Letzten Tage, die eine Vielzahl verschiedener Glaubenskrisen erlebt haben, bestätigen diesen Eindruck. Wie Sarah d’Evegnee in ihren Podcastinterviews festgestellt hat:

Viele, die ihre Zweifel Freunden oder der Familie mitgeteilt haben, fanden kein aufrichtiges Gehör; vielmehr erlebten sie eine abschätzige Haltung und den sofortigen Versuch, ihre Probleme „zu lösen“. Doch einige hatten Freunde und Familie, die Mitgefühl zeigten und aufrichtig zuhörten, anstatt sofort zu versuchen, Rat zu erteilen. Letztere verblieben häufiger innerhalb der Kirche, statt sich dafür zu entscheiden, die Kirche zu verlassen. [Siehe zum Beispiel die Faith Is Not Blind Podcastinterviews mit Kristine, Kevin, Jana, Dan, Loretta und Casey.]

Darüber hinaus

hatten viele das Gefühl, etwas „Falsches“ zu tun, wenn sie ernsthafte Fragen und Zweifel hatten. Diejenigen, die es schafften, in der Kirche zu bleiben, scheinen zusätzliche Zusicherung von einem Führer oder Familienmitglied zu brauchen, um sicher zu sein, dass sie auch dabeibleiben konnten, ohne schon gleich ein „starkes“ Zeugnis völliger Gewissheit zu haben. Ihre Erwartung, dass sie oder ihr Zeugnis „vollkommen“ sein müssten, war ein wichtiger Faktor für den Schmerz und das Unbehagen, die sie erlebten. Allein schon zu wissen, dass es möglich war, in der Kirche zu verbleiben, auch wenn sie Zweifel hatten, half ihnen dabeizubleiben. [Siehe Interviews mit Janae, Jordan, Emily C, Emma und Alyson.]

Wie Elder Dieter F. Uchtdorf es ausdrückte: „Ich weiß von keinem Schild an der Tür unserer Gemeindehäuser, auf dem steht: ‚Ihr Zeugnis muss so und so groß sein, um einzutreten‘.26

David Ostler fand in seinen Umfragen und Interviews mit Menschen, die eine Glaubenskrise erlebten, heraus, dass diese oft nicht bereit waren, ihre Probleme mit örtlichen Führern der Kirche zu besprechen, weil sie glaubten, diese Führer würden sie einfach „nicht verstehen. Und selbst dann, wenn sie mit ihren Führern sprachen, machten viele die Erfahrung, dass die Führer defensiv und kritisch reagierten, statt ihnen wirklich zuzuhören. Einige Führer nahmen fälschlicherweise an, dass das Hauptproblem der Zweifler darin bestand, dass sie nicht beteten, die Schriften nicht lasen und Kirchenstandards nicht befolgten—auch wenn sie all das schon taten. Solch eine Einstellung bewirkt, dass jemand mit Fragen von weiteren Gesprächen abgehalten wird. Deshalb zitiert Ostler den Rat von Stephen Covey: „Trachte danach, erst zu verstehen und dann, verstanden zu werden.27

Weitere Recherchen zeigen, dass, selbst wenn religiöse Themen nicht der Gesprächsgegenstand sind, es ein weitaus wirksamerer Weg ist, Meinungen zu ändern, wenn man Erfahrungen unvoreingenommen miteinander teilt, anstatt jemanden zu beschämen [oder] zu versuchen, ihn durch wohl durchdachte Argumente zu überzeugen … Verfechter einer Sache vertreten oft Sichtweisen, die nicht akzeptabel sind und den Widerstand eines Menschen intensivieren; oder sie vertreten ihren Standpunkt durch eine Reihe von Argumenten—beides hat wenig Wirkung. Wir fanden heraus, dass, einfach zuzuhören und eine persönliche Erfahrung zu teilen, den Widerstand des Anderen mindert und seine Offenheit vergrößert.28

Ein BYU-Student erwähnte, dass Religionslehrer und Bischöfe auf dem Campus manchmal „die Ernsthaftigkeit und Tiefe der Gefühle nicht verstehen, die Mitglieder mit Fragen oder auch ehemalige Mitglieder erleben. Das ist eine der stärksten, traumatischsten Erfahrungen, voll aufrichtiger Trauer, die jemanden [entwurzeln]—in Bezug auf das Glaubensverständnis der Kindheit, die Gemeinschaft [und] die Familienmitglieder. Und doch „verteidigen Apologeten den Glauben“ oft mit solch oberflächlichen Antworten wie „Sei nicht so schnell, dem ersten falschen Wind zu glauben, der weht.“ Solch eine abschätzige Einstellung von einer Autoritätsperson mag die Furcht verstärken, dass es die Kirche nicht kümmert, man ihr nicht vertrauen kann oder sie Informationen verheimlicht—und der Vertrauensverlust ist öfter von größerem Belang als bestimmte geschichtliche oder doktrinbezogene Fragen. Wenn wir verunsicherte Studenten ernst nehmen können und ihnen „laut zuhören“—mit ehrlichem Mitgefühl, sendet das ein Signal des Vertrauens.

Jed Woodworth hat als Kirchengeschichtler viele solcher Diskussionen geführt und dabei gelernt, warum zwei anscheinend gleichartige Menschen auf die gleiche neue Information sehr unterschiedlich reagieren können—der eine mag sich davon betroffen fühlen, der andere begrüßt sie. Wieso?

Das uns vorgetragene intellektuelle Problem sollte in den größeren Kontext des individuellen Lebens der Person gestellt werden, die wir betreuen. Eine andere Person, der man die gleiche Information gibt, fühlt die Wunde nicht, die der Zweifler ganz intensiv fühlt, und das unterstreicht die Wichtigkeit, den Lebenslauf des Einzelnen zu verstehen. Durch unser Zuhören sollten wir danach trachten zu verstehen, weshalb bei dieser Person die Information Schaden anrichtet. Weshalb ist Widerstandsfähigkeit für so jemanden nicht möglich?

Wenn man Einblick in den Lebenskontext erhält, stößt man oft auf andere nicht geheilte Wunden: ungesunde Familiendynamik, enttäuschende Missionserfahrungen, Auseinandersetzungen mit institutioneller Autorität, naive Sichtweise auf die Kirchengeschichte, idealisierte Ansichten über Propheten, Sünde, ausbleibende neuere spirituelle Erfahrungen, Scham oder Zorn wegen der Position der Kirche in gesellschaftlichen Belangen oder andere Enttäuschungen.29

Er kommt zu dem Schluss: Wenn der Fragende sich nicht in seiner persönlichen Gesamtsituation verstanden fühlt, erschwert das die Vertrauensfrage in die Institution. Und wenn jemand sich nicht verstanden fühlt, wird nichts, was wir tun oder sagen, viel bedeuten. Zu allerletzt: Nur nachdem ein Mentor der Person durch einen vielleicht umfassenden spirituellen Heilungsprozess geholfen hat, kann man die ursprünglichen intellektuellen Fragen mit neuen und akzeptablen Begriffen einordnen.

Wie man als Mentor helfend begleitet

Sobald ein Student ausreichend Vertrauen zu einem Mentor entwickelt hat und sich sicher fühlt, ihm oder ihr seine oder ihre tiefsten Bedenken mitzuteilen, mag es an der Zeit sein, dass der Mentor einige Perspektiven, Muster und Vorschläge anbietet—nicht als Anordnung, sondern als Ideen, die es wert sind, in Betracht gezogen zu werden.

Religionslehrer und Bischöfe beten darum, die sensible Balance zwischen ihrer offensichtlichen, aber oft stillschweigenden Verbundenheit mit der Kirche und ihrem tiefen, ehrlichen Interesse an einem jungen Menschen als Mensch und nicht als Projekt zu finden. Ich weiß von einer jungen alleinstehenden Erwachsenen, die zunächst von ihrem neuen JAE-Bischof wegen seiner vermeintlichen Rolle als „Polizist" eingeschüchtert und skeptisch war. Nachdem er ihr aber auf behutsame und zurückhaltende Art half, ihn kennenzulernen, fühlte sie sich schließlich sicher genug, um ihm ihre Geheimnisse und angsterfüllten Fragen anzuvertrauen. Nach einigen Gesprächen sagte sie: „Er behandelte mich, wie nach meiner Vorstellung der Erretter mich behandeln würde.“ Und dauerhafte persönliche Segnungen folgten.

In so einem sicheren Kontext wirkt sich die institutionelle Rolle eines Religionslehrers eindeutig als Stärke aus. Denn wenn ein Student dem Lehrer zu vertrauen beginnt, dann vertraut er oder sie indirekt auch der Kirche—die Kehrseite davon ist, dass jemand das Vertrauen in die Institution verliert, weil ein anderer Führer der Kirche anscheinend eine negative komplexe Erfahrung auslöst. Darüber hinaus erwarten Mitglieder der Kirche von Religionslehrern, dass diese in der Lage sind, eine geschichtsbezogene oder anderweitige Kontroverse im möglichst positiven Sinn für die Kirche erklären zu können (und nicht einfach eine Schlussfolgerung vorzugeben), selbst wenn klare und schlüssige historische Beweise fehlen und diese deshalb nur eine plausible—also sinnvolle—glaubenstreue Interpretation zulassen.

Solche Fälle zu besprechen, mag Studenten helfen zu verstehen, weshalb der Herr bewusst darauf verzichtet, so viele überwältigende Beweise in Bezug auf alle möglichen Fragen zu geben (selbst in Bezug auf die Frage, ob es Gott tatsächlich gibt), dass wir uns genötigt fühlen, nur auf eine Weise zu glauben. Er will nicht nur unsere Entscheidungsfreiheit bewahren; er möchte uns auch helfen, dadurch zu lernen, dass wir grundlegende Entscheidungen treffen. Wie es in Glaube ist nicht blind heißt:

Bei keiner dieser Fragen haben wir ausreichend „Beweise”, um sie mit Gewissheit zu beantworten. Der Herr möchte also, dass wir uns entscheiden, in wen oder was wir unser Vertrauen setzen—durch einen fordernden, suchenden, sehr persönlichen Prozess, der uns mit ihm verbindet. Er möchte, dass wir abwägen, ob all unsere Erfahrungen uns gelehrt haben, dass wir ihm vertrauen können.

Der Herr bringt uns so oft in Situationen, wo wir nicht durch Umstände genötigt werden zu glauben, selbst wenn er uns dann einlädt „gläubig“ zu sein. „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die [sich entschieden] an seinen Namen (zu) glauben” (Johannes 1:12; Hervorhebung hinzugefügt). Weshalb? Weil mit denen, die [sich entscheiden], ihn aufzunehmen, etwas geschieht. Sie lernen. Seinem Willen zu folgen verändert sie. Unsere nicht erzwungenen Entscheidungen setzen den Prozess in Gang, wie er zu werden.

Der Herr sieht ein unendlich größeres Bild als wir. Wenn wir die Segnungen dieser unendlichen Perspektive haben wollen, dann geben wir ihm und seinem Propheten einen Vertrauensvorschuss—letztendlich ist es eine Frage des Vertrauens. Und nur wenn wir ihm unser Vertrauen geben, kann er uns helfen, das zu lernen, was wir nach seinem Willen lernen sollen. Wir schätzen das, was wir entdecken, weit mehr als das, was uns gesagt wird.30

Nachdem wir also die plausiblen Beweise für beide Seiten einer wichtigen Frage erwogen haben, neigt die Waagschale sich nicht einfach aufgrund der gewichtigeren Beweise, sondern aufgrund unserer eigenen Entscheidung. Wie Terryl und Fiona Givens es ausgedrückt haben, hat Gott diese Realität geschaffen, denn das, was zu glauben wir wählen und „annehmen, worauf wir reagieren, ist die reinste Reflexion dessen, was wir lieben.31

Solch eine Perspektive wird dazu beitragen, die Studenten vor den Behauptungen der Kritiker der Kirche zu schützen, die ungerechtfertigterweise versichern, dass ihre Aussagen nur auf „objektiven“ Beweisen beruhen. Jacob Hess hat gesagt, dass die von diesen Kritikern vorgelegten Beweise nicht so objektiv sind, wie sie behaupten; vielmehr legen sie nur ihre eigene Interpretation der Beweise dar. Nachdem sie einen Stapel „wachsender beunruhigender Beweise zusammengetragen haben, sagen sie ihren Zuhörern, sie sollen diese Ungewissheiten auf das Regal ihrer unbeantworteten Fragen legen—bis der Stapel so schwer ist, dass das Regal zusammenbricht.

Aber „es sind nicht die Beweise, die dein Regal zusammenbrechen lassen. Vielmehr ist es die Intensität des Misstrauens [das die Kritiker geschaffen haben], das die Beweise umgibt. Die Kritiker werden uns fragen, ob wir integer genug sind, ihrer Version der Wahrheit zu folgen. Wenn man aber bedenkt, wie dubios jedes Element ihrer behaupteten Beweise ist, dann ist die wirkliche Frage, wessen Interpretation der Beweise am vertrauenswürdigsten ist; das heißt, wessen Rat trauen wir am meisten inmitten der nicht vermeidbaren Unsicherheit?32

Übrigens bieten uns „die Beweislast“ oder die Maßstäbe unseres Rechtssystems für Beweise in Kriminal-, zivilrechtlichen und anderen Fällen ein nützliches Werkzeug, wenn wir verstehen wollen, wie viel und welche Art von Beweisen ausreichen sollten, um eine historische Behauptung zu „beweisen“ (oder zu „widerlegen). Über die Standardergebnisse „richtig“ oder „falsch“ hinaus—was wird eine Jury (oder wir) tun, wenn—auch nach vielem Bemühen—die konkrete Antwort ist: „Wir sind uns nicht sicher? In dem Fall ist der Rechtsstandard ausschlaggebend, zugunsten welcher Seite im Zweifelsfall entschieden wird, und Rechtsstreitigkeiten haben ständig mit diesem Problem zu tun. Um zu verstehen, wie solch ein Ansatz aus unserem Rechtssystem uns helfen kann, Beweise über Kirchengeschichte abzuwägen, hören oder schauen Sie sich den Podcast von Bill Barnett, einem Anwalt in Denver bei Faith Is Not Blind an.

Darüber hinaus ist eines der häufigsten Argumente der Kritiker der Kirche, wenn sie neue Informationen über ein Ereignis der Kirchengeschichte erfahren (das zumindest für sie neu war), die oft geäußerte Behauptung, dass die Führer der Kirche die ganze Geschichte vertuscht hatten—oder dass die Kirche ganz einfach gelogen hat, um die Macht und Kontrolle der Führer zu wahren. Dieses Thema besprechen wir in Glaube ist nicht blind,33 doch möchte ich hier nur eine zusätzliche Bemerkung machen.

Während der vergangenen beiden Generationen hat sich unsere Gesellschaft allmählich in bedeutsamer Weise verändert und sich dabei ähnlichen Änderungen der akademischen und professionellen Standards angepasst und sie vielleicht auch mit verursacht. Zum Teil liegt das einfach am Generationswechsel. Und in solch komplexen Bereichen wie LGBT-Themen hat sich ihr Umfeld massiv verändert, während die Lehren der Kirche so geblieben sind, wie sie immer waren. Wer aber nicht solch eine historische Perspektive hat, kann sich verständlicherweise wundern, weshalb die Kirche ihre Lehren nicht anpasst, um mit der Zeit zu gehen. In Bezug auf das grundsätzliche Thema, wie kulturelle Veränderungen Einfluss darauf nehmen, wie Geschichte geschrieben wird, folgt hier eine inoffizielle Zusammenfassung des Essays von Jakob Hess „Hat die Kirche mich angelogen?“ Der eigentliche Artikel ist in den Fußnoten angegeben.

Das heutige Urteil über die Historiker der Vergangenheit lässt eine bemerkenswerte Selbstbezogenheit erkennen—man wendet unsere Maßstäbe des therapeutischen Umgangs, alles mitzuteilen, alles zu offenbaren (auch das Hässliche) … auf eine Generation an, die vom Krieg nach Hause kam und nicht über das Schreckliche sprechen wollte … eine Generation, die Zeuge schmerzlichen Missbrauchs war und oft (tragischerweise) nicht darüber sprechen wollte (auf jeden Fall nicht so wie wir heute) … und ja, die die Geschichte Amerikas und der Kirche mehr mit dem Blick auf das Positive schrieb und weniger kritisches Augenmerk auf die unklaren, schwierigeren Teile richtete. Sollte uns das wirklich so sehr überraschen? Und selbst wenn es das tut, sollten wir uns nicht bewusst sein, was für einen voreiligen Schluss wir ziehen, ihnen überdies noch Geschichtsverfälschung zu unterstellen? („Mein Lehrer für amerikanische Geschichte hat auch mich belogen!“)34

Die von uns Interviewten sagten oft, dass sie nach gebetserfüllter Abwägung aller plausibler Beweise für schwierige Fragen, wenn die verfügbaren Beweise die Frage nicht schlüssig klären konnten, gelernt haben, dem Herrn und seiner Kirche einen Vertrauensvorschuss zu geben. Nachdem sie alles Mögliche getan hatten, entschieden sie sich bewusst dafür, ihr Vertrauen nicht nur dem Herrn und seinem Propheten zu geben, sondern sie gaben es auch dem Evangelium und seiner Macht—der Summe persönlicher Zusicherungen von allen Heiligen der Letzten Tage, dass der Herr seine Verheißungen erfüllt. In all ihren paradoxen Erfahrungen und ihren Ungewissheiten reflektieren die leuchtenden Augen der Heiligen die Zusicherungen, die durch Millionen persönlicher Einsichten gewonnen wurden.

Es wird uns stärken, wenn wir dem hart erkämpften persönlichen Zeugnis Tausender und Abertausender vertrauen können, die Jahr für Jahr das Buch Mormon gelesen, darüber nachgedacht und darüber gebetet haben; die auf einer Mission voll Glauben und Opfer überall auf der Welt gedient haben; die den Einfluss des Herrn und seine Nähe auf sehr persönliche Art gefühlt haben; die erlebt haben, wie die Verheißungen der Errettung durch Christus sowohl in ihrem Leben als auch im Leben derer, denen sie ganz nahe stehen, süße Frucht hervorgebracht haben; die Joseph Smiths Geschichte ihren Kindern, ihren Freunden und Fremden oft erzählt und dabei den Geist deren einfacher, reiner Wahrheit gespürt haben. Wir haben „eine solche Wolke von Zeugen um uns” (Hebräer 12:1).

Es sind jene, die in das friedvolle Vertrauen informierter Einfachheit jenseits der Komplexität gewachsen sind; die prophetischer Führung nicht als Ergebnis kluger Kalkulation vertrauen, sondern weil sie die gleichen Überzeugungen und Gefühle in ihrer eigenen Seele entdeckt haben. Sie haben ihre eigenen Antworten gefunden, wenn auch noch nicht alle Antworten, nach denen sie suchen. Sie wissen genug, um ihr Vertrauen nicht wegzuwerfen. Sie gehören nicht zu denen, die zurückweichen (siehe Hebräer 10:35-39).

„Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis [und Komplexität] kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht” (Offenbarung 7:14). „Wer überwindet, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich überwunden habe” (Offenbarung 3:21, Lutherbibel 1912).35

Wahrer Glaube ist nicht blind oder taub oder stumm. Vielmehr sieht wahrer Glaube seinen Widersacher und überwindet ihn.

Zusammenfassung

Was für eine Gelegenheit haben Sie doch—Ihre Studenten darauf vorzubereiten, ihre komplexen Erfahrungen in einen Lernprozess umzuwandeln (Vorbeugung), den Kämpfenden wahres Einfühlungsvermögen zu zeigen (Mitgefühl) und ihnen dabei zu helfen, durch turbulente spirituelle Wasser zu navigieren (Hilfe). Ich weiß, dass Ihre Studenten, die heute unsere Enkelkinder mit einschließen, sich Ihre Begleitung als Mentor wünschen und sie brauchen. Wir hoffen, dass Sie, auf Ihre eigene Art, das für sie und unsere Enkelkinder tun werden, was West Belnap für uns getan hat. Was hat er getan?

West hat einmal folgendermaßen mit mir über Religionslehrer an der BYU gesprochen: „Na ja, einige unserer Leute haben es in ihrem Kopf und andere haben es in ihrem Herzen. Ich glaube, es ist am besten, es in beiden zu haben.“ West hatte beides. Ausgebildet an einer der führenden theologischen Schulen, verstand er sowohl Geschichte als auch die moderne Kultur. Er hatte eine außergewöhnliche Gabe dafür, wie man ein Buch liest—oder einen Menschen. Er konnte starke Beweise von schwachen unterscheiden. Und doch erfreute er sich wie Nephi an den Schriften und hatte großes Verlangen, die tiefen Wahrheiten Gottes zu verstehen und danach zu leben. Er war aufrichtig und hatte gutes Urteilsvermögen und er kannte und liebte die leitenden Brüder. Er verkörperte das, was er lehrte, und begleitete uns als Mentor dabei, sowohl scharfsinnig zu denken als auch ein wahrer Jünger zu werden. Was machte seinen Unterricht so effektiv? Er

  • erwartete kritisches, konstruktives Denken und durchdachte Ausarbeitungen;
  • ermutigte uns, eigene Antworten zu finden, machte uns aber auch auf verlässliche Quellen aufmerksam;
  • stellte uns schwierige Fragen, veranlasste uns, klar zu denken und aufrichtig zu beten;
  • gab uns intellektuell oder spirituell einen Anstoß, wenn wir ihn brauchten;
  • ließ zu, dass unser Suchen mühevoll war ,und ermutigte uns, wenn wir das brauchten;
  • versicherte uns, dass die Antworten auf unsere Fragen kommen würden—gemäß dem Zeitplan des Herrn

Um uns das Muster zu zeigen, wie man aufrichtige religiöse Fragen stellt und nach verantwortungsbewussten und vom Geist bestätigten Antworten sucht, schilderte er uns in unserer ersten Unterrichtsstunde sein Ringen um die Jakobsleiter, um Antwort auf seine eigene religiöse Frage zu erlangen—„Wie kann ich die Gabe der Nächstenliebe erlangen?“ Er erzählte uns, wie sein Glaube sich seit seiner Kindheit entwickelt hatte, und uns wurde bald klar, dass seine Frage nicht nur intellektueller Neugierde entsprang. Ganz offen gewährte er uns Einblick in einige seiner sehr persönlichen spirituellen Erfahrungen in seiner wechselseitigen Beziehung mit dem Herrn. Wir spürten, dass für ihn das Gespräch über die eigenen „religiösen Fragen“ ein glaubensstärkender und gewichtiger Vorgang ist, der vollständige, reife Offenheit erfordert.

Und dann teilte er uns mit, wie verwundert er war, dass er nicht das Gefühl hatte, in der Lage gewesen zu sein, Nächstenliebe zu erlangen—nämlich die reine Christusliebe. Er wusste, was sie war. Er wusste alles, was die Schriften darüber lehrten—wie beispielsweise, dass sie die göttliche Natur widerspiegelt und dass Gott sie allen verheißen hat, „die wahre Nachfolger seines Sohnes Jesus Christus sind“. Und doch, so sagte er uns, obwohl er jahrelang danach gestrebt hatte, so rein zu leben wie er es verstand, war ihm diese Gabe versagt geblieben. Wir spürten die schmerzliche Aufrichtigkeit seines Strebens.

Nur wenige Jahre später starb West als Mittvierziger nach langwieriger und äußerst qualvoller Krankheit an einem Gehirntumor. Bei seiner Beerdigung sprach Elder Harold B. Lee über seine Freundschaft mit West. Er sagte, dass, nachdem der Gehirntumor auch nach zwei Operationen noch weiter aktiv war, West zu ihm gesagt habe, die Schmerzen seien unerträglich und die Prognose so ungünstig, dass er sich frage, ob er die Behandlung nicht abbrechen solle, um schneller gehen zu können. Aber Elder Lee riet ihm:

West, wie willst Du und ich wissen, ob nicht das Leiden, durch das Du gehst, ein läuternder Vorgang ist, wodurch der für die Erhöhung erforderliche Gehorsam erbracht wird, [vielleicht] mehr als durch alles andere Deines Lebens. Lebe es treu bis ans Ende, und wir werden Dich segnen und Gott bitten, dass Schmerzen, die Du nicht aushalten kannst, von einem gnädigen Gott nicht zugelassen werden.36

West folgte diesem Rat und akzeptierte ein uns nicht vorstellbares Maß an Leiden, bevor er schließlich durch den Tod erlöst wurde.

Während wir Elder Lee zuhörten, mussten wir einfach an das Unterrichtsgespräch über Nächstenliebe vor einigen Jahren denken. Als wir an Wests Herzenswunsch dachten, ein geweihter Jünger Christi zu sein, da war es, als würde er uns jetzt noch belehren. Er konnte nicht gewusst haben, wie teuer der Preis für Nächstenliebe sein würde. Hatte seine qualvolle Krankheit ihn irgendwie zur Sehnsucht seines Herzens geführt? Wir konnten das nicht wissen, aber wir fragten uns das immer noch—vielleicht ist es uns nicht möglich, Christi Nächstenliebe zu haben, ohne uns irgendwie, physisch oder anderweitig, in „die Gemeinschaft mit seinen Leiden“ zu begeben (Philipper 3:10). Letztendlich sind die Nächstenliebe und das Leiden zwei Seiten derselben einen Realität—die Liebe (des Erretters) für die Menschheit ist völlig verwoben mit dem einzigartigen Schmerz, den Elder Maxwell das „erworbene Mitgefühl“ Christi nannte.

Mit seinem Kopf und seinem Herzen lehrte West Belnap uns, dass aufrichtige religiöse Fragen es wert sind, ernst genommen zu werden—und dass Antworten, die unsere Seele entwickeln, wirklich kommen. Was uns veranlasst, mit offenen Augen und offenem Herzen nach Antworten auf jene Fragen zu trachten, kann ewige Konsequenzen haben. West lehrte uns, dass Glaube an Jesus Christus nicht blind ist.

Hinweis

Das deutschsprachige E-Buch und das entsprechende Hörbuch kann man hier bei Deseret Book kaufen: https://deseretbook.com/p/glaube-ist-nicht-blind?ref=Grid%20%7C%20Search-2&variant_id=187469-ebook

Dafür muss man zunächst deren Bookshelf App herunterladen und ein Konto einrichten. Die Anleitung dafür finden Sie hier: https://deseretbook.com/anleitung-zum-kauf-eines-e-buchs-oder-horbuchs-von-deseret-book

Das deutschsprachige E-Buch kann man auch bei amazon.de ASIN: B08BS85ZRP kaufen und mit deren Kindle App lesen.

Fußnoten

1 Bildungswesen der Kirche, “Guidelines for Strengthening Religious Education in Institutions of Higher Education” (unveröffentlichtes Dokument, 12. Juni 2019).

2 M. Russell Ballard, “The Opportunities and Responsibilities of CES Teachers in the 21st Century” (Ansprache für CES Religious Educators, Salt Lake Tabernacle, 26. Februar 2016).

3 John Gee, Saving Faith (Provo, UT: Religious Studies Center, Brigham Young University; Salt Lake City: Deseret Book, 2020), 20–21, 289.

4 David B. Ostler, Bridges: Ministering to Those Who Question (Salt Lake City: Greg Kofford Books, 2019), 14–16.

5 Bruce C. Hafen und Marie K. Hafen, Glaube ist nicht blind (Salt Lake City: Deseret Book, 2020).

6 Clayton Christensen, Buchbesprechung Faith Is Not Blind, by Bruce C. and Marie K. Hafen, Deseret News National Edition, 20. Februar 2019.

7 Jacob Z. Hess, E-Mail an Bruce C. Hafen, 9. April 2020.

8 John Milton, Areopagitica (1644).

9 Leicht angepasste Wortwahl in den vorausgegangenen Absätzen aus Glaube ist nicht blind, Kapitel 1.

10 Eine kostenlose (englische) Kopie gibt es auf https://deseretbook.com/Faith-Is-Not-Blind-Chapter-2 .

11 Hippokratischer Eid der Medizinstudenten in Vorbereitung auf ihre Praxis als Arzt.

12 J. Reuben Clark Jr., “The Charted Course of the Church in Education” (Ansprache für Seminar- und Institutslehrer, Aspen Grove, Utah, 8. August 1938).

13 Bruce C. Hafen, A Disciple’s Life: The Biography of Neal A. Maxwell (Salt Lake City: Deseret Book ), 166.

14 Siehe beispielsweise den Bericht zweier evangelikaler Gelehrter im Jahr 1996 vor ihren Kollegen nach ihrem Besuch der BYU: „Auf akademischem Niveau verlieren die Evangelikalen den Wettstreit mit den Mormonen. Wir verlieren die Schlacht und sind uns dessen überhaupt nicht bewusst. In den letzten Jahren hat das intellektuelle Niveau und die Gelehrsamkeit der LDS Apologeten erheblich zugenommen, während die Antworten der Evangelikalen das nicht taten.” Carl Mosser and Paul Owen, “Mormon Apologetic, Scholarship and Evangelical Neglect: Losing the Battle and Not Knowing It?,” Trinity Journal (1998): 179–205, zitiert in Hafen, Disciple’s Life, 512–13, mit vollständigerem Kontext.

15 Francis Webster, zitiert in James E. Faust, “The Refiner’s Fire”, Ensign, Mai 1979.

16 Neal A. Maxwell, That Ye May Believe (Salt Lake City: Deseret Book, 1992 ), 191–92.

17 Jacob Z. Hess, E-Mail an Bruce Hafen, 12. April 2020. Für eine gute Beschreibung, wie eine Beziehung zu Gott uns bei Herausforderungen des Glaubens hilft, schauen oder hören Sie sich den Podcast mit Espen Amundsen an.

18 Sarah d’Evegnee, E-Mail an Bruce Hafen, 12. April 2020.

19 d’Evegnee, E-Mail an Hafen, 12. April 2020.

20 Faith Is Not Blind Facebook Group post, 17. November 2019.

21 In den Jahren 2013–14 hat die Kirche elf neue Abhandlungen zu Evangeliumsthemen auf churchofjesuschrist.org veröffentlicht; sorgfältige, gut dokumentierte Abhandlungen zu vielen der Themen, die das größte Interesse und die größte Sichtbarkeit auf Anti-Kirchen-Websites, Podcasts und Blogs erfahren hatten—wie zum Beispiel die Mehrehe, Rassenzugehörigkeit und Priestertum, Mutter im Himmel, die Übersetzung des Buches Mormon, Übersetzung und historische Echtheit des Buches Abraham, Gender (siehe „Die Lehren von Joseph Smith über das Priestertum, den Tempel und die Rolle der Frau“), Das Massaker von Mountain Meadows (unter „Themen im Zusammenhang mit der Geschichte der Kirche“).

22 Ballard, “Opportunities and Responsibilities”.

23 Ostler, Bridges, 29–31, 136–38. Um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, hatte David Ostlers Pfahl mit Erfolg eine damit befasste wöchentliche abendliche Institutsklasse organisiert, die sich diesen Abhandlungen widmete. Diese Klasse wurde von einem erfahrenen und qualifizierten Lehrer unterrichtet und die Teilnahme war freiwillig. (Seite 137–38).

24 Jed Woodworth, E-Mail an Bruce Hafen, 7. Februar 2019.

25 D’Evegnee , E-Mail an Bruce Hafen, 12. April 2020.

26 Dieter F. Uchtdorf, „Ein Zeugnis von Licht und Wahrheit erlangen”, Generalkonferenz Oktober 2014.

27 Ostler, Bridges, x–xii, 6, 42–44.

28 Mike Cummings, “Study Finds Non-judgmental Approach Can Reduce Prejudice”, Yale News, 7. Februar 2020, bei https://news.yale.edu/2020/02/07/study-finds-non-judgmental-personal-approach-can-reduce-prejudice .

29 Woodworth, E-Mail an Hafen, 7. Februar 2019.

30 Hafen und Hafen, Glaube ist nicht blind, Kapitel 15

31 Terryl L. Givens and Fiona Givens, Crucible of Doubt: Reflections on the Quest for Faith (Salt Lake City: Deseret Book 2014), 144.

32 Jacob Z. Hess, “It Wasn’t the Evidence That Broke Your Shelf”, Meridian Magazine, 3. Dezember 2019.

33 Siehe Hafen und Hafen, Glaube ist nicht blind, Kapitel 3+4

34 Hess, E-Mail an Hafen, 9. April 2020. Siehe Jacob Z. Hess, Did the Church Lie to Me?” Mindfully Mormon (blog), 2. April 2015, https://mindfullymormon.org/2015/04/02/did-the-church-lie-to-me .

35 Auszüge aus Hafen und Hafen, Glaube ist nicht blind, Kapitel 15

36 Transkript der Tonaufzeichnung von der Trauerfeier, zitiert in Hafen, Disciple’s Life, 60.