Rosch ha-Schana

POSTED BY: holzapfel

09/22/09


Gasteintrag von Jeffrey R. Chadwick, Professor für Archäologie und Studien des Nahen Ostens, Jerusalem Center, und Professor für Kirchengeschichte und Lehre an der BYU.

Rosch ha-Schana ist ein jährlicher Feiertag, der das jüdische Neue Jahr beginnt. Der hebräische Begriff bedeutet eigentlich „Kopf des Jahres”. Das Festival fällt auf den ersten Tag des ersten Mondmonats in der Herbstzeit. Im Jahre 2009 wird Rosch ha-Schana am Freitagabend, 18. September, beginnen und wird dann den gesamten Samstag, den 19. September, gefeiert. In vielen jüdischen Gemeinden wird ein zweiter Tag von Rosch ha-Schana gefeiert—am Sonntag, den 20. September.

Als einer der fröhlichsten aller jüdischen Feiertage ist Rosch ha-Schana einer der zwei heiligen Hohen Feiertage im Judentum, der andere ist der ernste Fastentag, den wir als Jom Kippur (der Versöhnungstag) kennen, welcher 10 Tage später stattfindet. Die Zeit zwischen den beiden heiligen Tag ist als „Die Tage der Ehrfurcht” bekannt, eine Zeit, in der die gläubigen Juden ihrer Schuld (persönlich oder national) bedenken, und über die Notwendigkeit von Umkehr nachsinnen, und die Zukunft erwägen. Es ist von großer Bedeutung, dass solch eine Zeit mit einen Festival eingeleitet wird, welches genauso freudig und voller Hoffnung ist, wie Rosch ha-Schana selbst.

An Rosch ha-Schana gibt es viele Wege, um zu feiern. Natürlich nehmen viele Juden an den speziellen Gedenkfeiern für das Neue Jahr teil, die in der heimischen Synagoge stattfinden. Ein wichtiger Akt, als Gebot in Levitikus 23:24 aufgeführt, ist, den Schofar (hebräisch für „Ram’s Horn”, und übersetzt mit „Trompete” in der King James Bibel) an dem Feiertag zu blasen. Zusammenstellungen von kurzen, mittleren, und langen Tönen werden bis zu einhundert mal, durch den Tag verteilt, geblasen. Ein anderer Akt ist es, Herbstfrüchte zu essen, so wie Granatäpfel, Weintrauben, und geschnittene Äpfel, die in Honig getaucht werden. Man gibt auch Äpfel und Honig als Geschenk an die Familie oder Freunde. Äpfel und Honig sind zu einem ikonischem Symbol von Rosch ha-Schana geworden, und lassen uns die Juden überall als ein Symbol dieser Feiertage erkennen.

Juden grüßen ihre Familien und Freunde und wünschen ihnen ein Shannah Tovah („ein gutes Jahr”) und Krivah Vehatimah Tovah („magst du für das Gute eingeschrieben und gesiegelt werden”), was auf das Einschreiben in die metaphorischen Bücher des Lebens hinweist. Der Talmud lehrt, dass „drei Bücher (im Himmel) an Rosch ha-Schana eröffnet werden: Das Buch des Lebens der Bösen, das Buch des Lebens der Rechtschaffenen, und das Buch des Lebens der, die dazwischen sind” (Babylonian Talmud, Rosch ha-Schana 16.b). Dieser Absatz ist im Licht des der Quellenangaben des Neuen Testaments sehr interessant—das Buch von dem wir gerichtet werden (siehe Offenbarungen 20:12) und Auferstehungen zu verschiedenen Herrlichkeiten (siehe Johannes 5:28-29). Der Talmud, in seiner eigenen Weise, scheint auf drei Grade des Urteils und auf post mortale Belohnungen hinzuweisen.

In der jüdischen Schrift, Hebräische Bibel genannt (Christen nennen es das Alte Testament), wird beschrieben, dass der Tag des Festes auf den ersten Tag “des siebten Monats” fällt (Levitikus 23:24), und wird nicht mit Namen benannt. Das Gebot, das Festival zu beachten, beschreibt den Tag einfach als Sabbat und heilige Einberufung, die mit dem „blasen der Trompete” eingeleitet wird. In früheren Zeiten des Alten Testaments vor der Babylonischen Gefangenschaft, wurde der Feiertag nicht als erster Tag des neuen Jahres angesehen. Wie kam es zu dieser Bestimmung?

Während sie in Babylon waren, wurden die frühen Juden zu einer jährlichen Zählung gerufen, die das neue Jahr im Herbst einleitete, und es schien angebracht, diesen Zyklus auch weiterhin zu behalten. Also wurde die Zählung des Jahres vom ersten Herbstmonat an, so etwas wie ein zweiter, sekulärer Kalender für sie. Obwohl das biblische neue Jahr im Frühling nicht vergessen wurde, wurde das neue Jahr, welches im Herbst begann, weiter verbreitet befolgt. Und weil dieser Tag auf den gleichen Herbsttag fiel, wie das Festival der Trompete, beschrieben in Levitikus 23, wurde der Tag „der Kopf des Jahres (Rosch ha-Schana) benannt—und das alles, vor dem Kommen Jesu. Und noch ein interessanter Fakt: Es ist durchaus wahrscheinlich, dass das „Fest der Juden”, welches in Johannes 5:1 genannt wird, gar nicht Passah war, sondern Rosch ha-Schana.

Also, Shannah Tova an alle!