BYU Bildungswoche

POSTED BY: holzapfel

08/13/09


Gasteintrag von Brent L. Top, Professor für Kirchengeschichte und Lehre an der BYU.

Ein Wunder geschieht jeden August in Provo. Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. Vielmehr war ich nicht nur ein Beobachter, sondern ein Teilnehmer. Das Wunder ist die Bildungswoche auf dem Campus. Die Brigham Young Universität wird dann über Nacht verwandelt. Für eine Woche jedes Jahr, sind Klassenräume mit grauhaarigen Omas und Opas gefüllt, anstatt mit jungen Leuten, müde Mütter sind begeistert für ein wenig Zeit für sich, aufgeregte Teenager möchten neue Freunde finden, und Väter mit Geldbeuteln voller Bargeld und EC-Karten stellen sicher, dass jeder eine tolle Zeit hat. Wohnmobile füllen unsere Parkplätze, und die Hotels in der Gegend sind besetzt von Familien, die Urlaub geniessen wollen und Klassen, Konzerte, Theaterstücke, und Aktivitäten besuchen. Das Klassenangebot ist so vielfältig wie die Altersgruppen, Figuren der Menschen, und Umstände des Lebens. Für jeden Studenten, ob ein vierzehnjähriger Teenager mit augerissenen Augen, der noch niemals auf einem Campus einer Universität war oder ein neunzigjähriger, der noch niemals eine Bildungswoche versäumt hat (und noch nicht mal eine Mittagspause einlegt), ist etwas dabei, was den Verstand erweitert, den Geist stärkt, und die Seele ermutigt.

Dieses Wunder reflektiert das Engagement der Heiligen der letzten Tage für ständige Weiterbildung—ein Einsatz, der auf den Offenbarungen der Wiederherstellung und Lehren von Propheten in den letzten Tagen, beruht. Weiterbildung hat sowohl weltliche, als auch geistliche Vorteile, die unser Leben auf dieser Erde bereichern und uns in der Ewigkeit segnen werden. Wir sind befohlen, eifrig zu suchen und „einander Worte der Weisheit [zu lehren]” (Lehre und Bündnisse 88: 118) und Wissen „in Theorie, in Grundsätzlichem, in der Lehre, im Gesetz des Evangeliums, in allem, was das Reich Gottes betrifft” (LuB 88:78) zu suchen. Zusätzlich sollen wir lernen von allem, was „sowohl im Himmel als auch auf der Erde und unter der Erde ist; dem, was gewesen ist, dem, was ist, dem, was sich in Kürze begeben muß; dem, was daheim ist, dem, was in der Fremde ist; den Kriegen und den Verwirrungen der Nationen … ; und auch einer Kenntnis von Ländern und von Reichen” (LuB 88:79). Unsere Weiterbildung sollte eine spirituelle Suche sein, aber auch eine intellektuelle und berufliche. Der Herr hat uns gelehrt, dass das Lernen uns in allen Dingen vorbereiten wird, damit wir unsere vorherbestimmte Berufung groβ machen können (siehe LuB 88:80). Dieses Wissen wird dann auch mit uns in der Auferstehung sein und kann als unser Vorteil in der Ewigkeit dienen (siehe LuB 130:18-19).

Im Licht der Schriften ist es kein Wunder, dass Bildung—formelle, als auch informell—so eine wichtige Rolle im Leben eines treuen Heiligen der letzten Tage spielt. Unser Glauen sollte uns nach vorn treiben in der Suche nach Wahrheit und Wissen von Gott. „Wenn alles gesagt und getan ist, sind wir alle Schüler,” lehrte uns Präsident Gordon B. Hinckley. „Wenn der Tag kommt, an dem wir aufhören, zu lernen, passen Sie auf. Wir werden verkümmern und sterven.” Da ist groβes Potential in jedem von uns, wenn es ums Lernen geht. Ohne Rücksicht auf Alter, auβer es liegt eine schlimme Krankheit vor, können wir lesen, und uns von den Schriften wundervoller Männer und Frauen inspirieren lassen…

Wir müssen immer weiter wachsen. Wir müssen fortwährend lernen. Es ist ein göttlicher Auftrag, dass wir weitergehen und unser Wissen aufbauen.

Wir haben Zugang zu Institutsklassen, Erweiterungsklassen, Bildungswochen, und vielen anderen Möglichkeiten, durch die wir lernen und unser Wissen anderer angleichen können—wir werden ein enormes Reservoir an Kapazität in uns selbst entdecken. (Lehren von Gordon B. Hinckley [Salt Lake City: Deseret Book, 1997], 302–3.)

In den letzten zwanzig Jahren durfte ich einer der vielen Lehrer sein, die an der Bildungswoche teilnehmen. Es ist immer eine Ehre, teilnehmen zu dürfen, weil ich immer mehr zurückbekomme, als ich gebe. Ich möchte ein besserer Mensch sein. Mein Glauben in den Herrn und die Liebe, die ich für das Evangelium habe, werden immer gestärkt, wenn ich das August-Wunder miterlebe—tausende von Heiligen aus allen Teilen der Welt, die im wahrsten Sinne des Wortes „hineinkommen, um zu lernen” und dann „weitergehen, um zu dienen”, als bessere Ehemänner, Ehefrauen, Väter und Mütter, Groβeltern, Söhne und Töchter, und gemeinsame Diener in Gottes Königreich. Weil deren Leben bereichert wurden, sind sie mehr in der Lage, den Menschen für die kommenden Wochen und Jahre zu dienen. Das ist wirklich ein Wunder.

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Im Schatten von St. Peter

POSTED BY: holzapfel

07/30/09


Ich bin dieses Wochenende dabei, das Sommerstudienprogramm der BYU in Rom zu beenden, bevor wir für die letzten eineinhalb Wochen des Sommerhalbjahres weiter nach Athen ziehen.

Es war ein heiβer und schwüler Monat, in dem Dr. Gary Hatch und ich versucht haben, unseren vierzig Studenten immer einen Schritt voraus zu sein. Wir haben in diesem letzten Monat eine Menge von Rom und Italien gesehen.

Trotzdem war Rom immer unsere Ausgangsbasis, und während dieses Halbjahres haben wir in vielen verschiedenen Wohnungen um die Vatikanstadt herum gewohnt—der kleinsten, unabhängigen Nation auf der Welt. Zwei Studentenwohnungen hatten sogar einen direkten Blick auf die Basilika von St. Peter, wenn man aus die Schlafzimmer schaute.

Natürlich haben wir auch, wie andere Touristen und Reisende, das Vatikanmuseum, die Gärten, und die Scavi (die Nekropolis unter der Basilika, gebaut im 1. Jahrhundert), und die Kirche selbst besucht. Die Studenten haben sogar eine päpstliche Audienz besucht und das sogar in der ersten Woche in Italien. An anderen Tagen war St. Peters prächtiger Platz ein Treffpunkt für die Gruppe, bevor wir uns auf den Weg in eine andere Gegend der Stadt machten. Trotzdem fühlte es sich an, als wären wir jeden Tag im Schatten von St. Peter, egal, wo wir uns in der Stadt befanden.

Michaelangelos Pieta ist in der Kirche zu finden, und der Dom ragt über die Silhouette Roms hinaus, und lockt Menschen an diesen auβergewöhnlichen Ort.

Gemäβ einer alten Tradition wurde Peter in Neros Rondell gekreuzigt und nicht weit entfernt ,zwischen 64-66 n. Chr., begraben. Nach einer kurzen Zeit, vielleicht in der Mitte des zweiten Jahrhunderts n. Chr., markierten Christen ein Grab, von dem sie glaubten, dass es die Knochen Peters beinhaltete. Später, im vierten Jahrhundert, baute Konstantin eine Kirche auf dieser Stelle. Schlieβlich begann Papst Julius II die Konstruktion einer neuen Kirche, der jetzigen Basilika, auf der gleichen Stelle im Jahre 1505. Angefangen im Jahre 1939, förderte der Vatikan verschiedene archäologische Forschungen unter der Basilika, wo sie die Überreste des ersten Kirchengebäudes und mancher Gräber aus dem ersten Jahrhundert fanden.

Heute wird Besuchern der Scavi ein bestimmtes Grab gezeigt, von dem geglaubt wird, dass es St. Peter gehört. Es befindet sich genau unte dem heiligen Altar, bedeckt von Berninis Himmelsgewölbe und genau unter Michelangelos prächtigem Dom. Auch wenn dies höchstwahrscheinlich nicht das Grab des Fischers aus Galiläa ist, ist es trotzdem etwas auβergewöhnliches, einen Ort zu besuchen, der seit fast zweitausend Jahren der Mittelpunkt vieler Pilger ist. Und auch wenn wir niemals genau wissen werden, was Peter wiederfahren ist (wo, wie, und wann er gestorben ist), gibt es trotzdem etwas, was uns über ihn nachdenken lässt, unter dem Schatten der Basilika, die nach ihm benannt wurde, in dieser wundervollen Stadt am Tiber.


Erinnern und Feiern unserer globalen Geschichte

POSTED BY: holzapfel

07/23/09


Gasteintrag von Reid L. Neilson, Assistentsprofessor für Kirchengeschichte und Lehre an der BYU.

Pioniertag ruft normalerweise Bilder von Handkarren oder Wagen, die auf dem Weg nach Utah sind, hervor. Solch ein kurzsichtiger Blick auf die Geschichte der Kirche verdunkelt den Aufwand der Pioniere der Heiligen der letzten Tage in der gesamten Welt. Zum Glück hat der Historiker Andrew Jenson alles getan, um das historische Bewusstsein der Mitglieder der Kirche zu erweitern—etwas, an das wir uns alle in dieser Feiertagszeit erinnern sollten.

Als Jenson für die Kirchengeschichtsabteilung in Salt Lake City arbeitete, wurde er von der Ersten Präsidentschaft losgeschickt, um das Missionsfeld der Kirche außerhalb Nord Amerikas zu entdecken. Der unerschrockene Däne verließ Salt Lake City am 11 Mai 1895, und kam erst am 4 Juni 1897 zurück in die Stadt der Heiligen. Auf seiner fünfundzwanzigmonatigen alleinigen Reise um die Welt, reiste er durch die folgenden Länder (in chronologischer Reihenfolge): Hawaiische Inseln, Fidschi Inseln, Tonga, Samoa, Neuseeland, Cook Inseln, die Gesellschaftsinseln, Tuamotu Inseln, Australien, Ceylon, Ägypten, Syrien, Palästina, Italien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Preußen, Hannover, Sachsen, Bayern, Schweiz, die Niederlande, England, Wales, Irland, und Schottland. Er reiste 86 614 Kilometer mit einer Vielzahl von Dampfschiffen und kleinen Booten; auf dem Land reiste er mit der Bahn, Kutschen, Pferden, Eseln, und Kamelen. Jenson wurde der erste Heilige der letzten Tage, der all die nicht-nord-amerikanischen HLT Missionen besuchte, die nach der mormonischen Evangelisation über den Pazifischen Ozean nach den 1840er Jahren, eröffnet wurden.

Jenson lehrte uns die Bedeutung von Aufzeichnungen seiner vielen Vorträge und Ansprachen in den Generalkonferenzen. „Wären dort nicht die Schreiber gewesen, ….die der originalen Kirche angehörten, was würden dann die Taten von Jesus für uns bedeuten?” Jenson fordert die Heiligen der letzten Tage in einer Sache auf. „Und wenn die Menschen die wundervollen Reden von Christus und den Aposteln nicht bewahrt hätten, was würden wir dann über das Leben von Christus und seinen Aposteln wissen? Wir würden gerade einmal ein paar vage Ideen haben, die durch Tradition weitergegeben werden und die mehr in Abwege führen anstatt den richtigen Weg zu weisen.” In anderen Worten, wenn es nicht die Schreiber und Historiker der letzten Zeitalter gegeben hätte, dann hätten wir heute keine heilige Geschichte in der hebräischen und christlichen Form von Schriften. Dasselbe wird auch in diesem Zeitalter gültig sein, lehrte er uns oft, wenn Mitglieder der Kirche daran scheitern, ihre gegenwärtige geistliche und persönliche Geschichte zu dokumentieren. Dieses geistliche Empfinden von Bestimmung, verbunden mit einer unübertroffenen Arbeitsmoral und Leidenschaft für Geschichte, hat das Leben und die Arbeit von Jenson geprägt. Man braucht nur einmal den Katalog der Kirchengeschichtsbibliothek zu durchsuchen und wird viele Werke von Jenson finden, um nur einmal einen Teil seiner Arbeit zu sehen.

I have argued elsewhere that global LDS history is Church history. Latter-day Saints need to realize that much of our most interesting history has occurred abroad. We must remember that the “restoration” of the gospel occurs every time a new country is dedicated by apostolic authority for proselyting. In other words, the original New York restoration of 1830 was in many ways replicated in Great Britain in 1837, Japan in 1901, Brazil in 1935, Ghana in 1970, Russia in 1989, and Mongolia in 1992. Mormon historians need to refocus their scholarly gaze from Palmyra, Kirtland, Nauvoo, and Salt Lake City to Tokyo, Santiago, Warsaw, Johannesburg, and Nairobi. These international cities and their histories will become increasingly important to our sacred history. These non–North American stories need to be told with greater frequency and with better skill. In this sense Jenson was a man ahead of his times. In the final years of the nineteenth century, the yeoman workhorse of the Church Historian’s Office had the foresight and willingness to dedicate two years of his life to documenting the global Church and its membership. As Louis Reinwand points out, “Jenson played a vital role in keeping alive the ideal of a universal Church. He was the first to insist that Mormon history include Germans, Britons, Scandinavians, Tongans, Tahitians, and other national and cultural groups, and that Latter-day Saint history should be written in various languages for the benefit of those to whom English was not the native tongue” (”Andrew Jenson, Latter-day Saint Historian,” BYU Studies 14, no. 1 [Autumn 1973]: 44).Ich habe schon einmal vorher argumentiert, dass globale HLT-Geschichte auch Kirchengeschichte ist. Heilige der letzten Tage müssen realisieren, dass viele unserer interessantesten Teile der Geschichte im Ausland stattgefunden haben. Wir müssen uns daran erinnern, dass jedes Mal, wenn ein Land für das Evangelium und die Bekehrung durch apostolische Kraft geweiht wird, eine neue „Wiederherstellung” geschieht. In anderen Worten wurde die originale Wiederherstellung in New York in 1830 in vielen Wegen auch in Großbritannien in 1837, in Japan in 1901, in Brasilien in 1935, in Ghana in 1970, in Russland in 1989, und in der Mongolei in 1992, wiederholt. Mormonische Geschichtsschreiber müssen ihren wissenschaftlichen Blick von Palmyra, Kirtland, Nauvoo, und Salt Lake City abwenden und nach Tokio, Santiago, Warschau, Johannesburg, und Nairobi schauen. Diese internationalen Städte und deren Geschichte werden immer wichtiger in unserer heiligen Geschichte. Diese nicht-nordamerikanischen Geschichten müssen mit mehr Häufigkeit und mit mehr Können erzählt werden. In diesem Sinne war Jenson ein Mann, der seiner Zeit voraus war. In den letzten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts hatten die Arbeiter des Kirchengeschichtsbüros den Weitblick und die Einsatzbereitschaft, zwei Jahre ihres Lebens zu widmen, um die Geschichte der globalen Kirche und ihrer Mitgliedschaft zu dokumentieren. Wie Louis Reinwand hervorhebt, „spielt Jenson eine wichtige Rolle im Aufbewahren des Inbilds der universellen Kirche. Er war der erste, der darauf bestand, dass die Geschichte der Mormonen auch Deutsche, Briten, Skandinavier, Tongaer, Tahitianer, und andere nationale und kulturelle Gruppen einschließen sollte, und dass die Geschichte der Heiligen der letzten Tage in vielen Sprachen geschrieben wird, für den Nutzen der Menschen, die Englisch nicht als Muttersprache sprechen” (”Andrew Jenson, Latter-day Saint Historian,” BYU Studies 14, no. 1 [Autumn 1973]: 44).


Eine alte Welt neu entdeckt

POSTED BY: holzapfel

07/17/09


Das Zentrum für religiöse Studien an der BYU forscht und veröffentlicht durch Zuschüsse und Veröffentlichungen. Ein Aspekt der Mission des Zentrums ist es, die Welt der Schriften und der Wiederherstellung zu rekonstruieren und einen hilfreichen Kontext zu schaffen.

Zur Zeit führe ich, zusammen mit Gary Hatch, dem Assistenten des Dekans für generelle Bildung und besondere Auszeichnungen,das BYU Programm für Auslandssemester in Rom und Athen. Vierzig Studenten haben uns in diesem Erlebnis begleitet, und es ist wirklich ein Erlebnis—es ist heiß, schwül, und manchmal sehr schwer, alle Teilnehmer durch das konfuse Bus-, U-Bahn-, oder Zugsystem, in ein bestimmtes Museum oder zu einer archäologischen Stätte, zu bringen.

Bild des Menschen, zurückgeblieben durch gehärtete Lava, durch Gips konserviert, welcher genutzt wird, um die Löcher und Räume zu füllen

Wie man sich vorstellen kann, haben wir viel Zeit damit verbracht, durch das alte Rom zu spazieren. An manchen Stätten sind wir wahrscheinlich in den Fußstapfen von Peter und Paul gewandert. In der nächsten Woche gehen wir auf eine noch weitere Reise—ins alte Pompeji, nahe des modernen Neapel in Italien.

Ich war schon häufig, aus verschiedenen Gründen, in Pompeji, nachdem ich der Stadt einen ersten Besuch mit einer Gruppe von High-School Studenten aus York, Maine im Jahre 1972 erstattet habe. Mit jedem weiteren Besuch, verlasse ich den Ort ein wenig melancholischer als beim Letzten, daher freue ich mich nicht besonders auf diesen Besuch. Ich werde von den Bildern des Todes in dieser Stadt verfolgt, besonders durch die Gibsabdrücke der vielen Leichen der Menschen, die hier vor so vielen Jahren gestorben sind. Trotzdem habe ich mich auf diesen Besuch mit den Studenten vorbereitet, indem ich das neue Buch über Pompeji The Fires of Vesuvius: Pompeji Lost and Found (Cambridge, MA: The Belknap Press of Harvard University Press, 2008), geschrieben von Mary Beard, gelesen habe.

Das Buch erinnert mich daran, dass die Vergangenheit oft viel komplexer ist, als wir es uns manchmal vorstellen können. Dies ist ein wichtiges Buch für jeden, der davon träumt, nach Pompeji zu gehen, oder jemanden, der versucht, die Komplexität der Geschichte zu verstehen. Zu allererst erzählt die Autorin, dass Pompeji mehr als eine Stadt ist, die „einfach in der Strömung gefroren” scheint (9). Kapitel für Kapitel beschreibt uns die Autorin, dass „alles nicht so scheint, wie man am Anfang denkt” (13). Da war Vernichtung vor dem berühmten Ausbruch im Jahre 79 n. Chr. (sie argumentiert gegen den 25. August), und es gab eine Plünderei sofort nach der Tragödie. Dann, im Jahre 1943, verursachten Bomben der Alliierten sogar noch mehr Zerstörung—es war wirklich eine sehr komplizierte Geschichte. Trotzdem erwähnt Beard: „Es ist wahr, dass die Stadt mehr lebhafte Eindrücke von realen Menschen und ihrer Leben bietet, als sonst nirgendwo eine Stadt in der römischen Welt” (15). Allerdings „bleibt das große Bild und viele grundlegende Fragen über die Stadt sehr düster” (16).

Beard bietet Bilder durch Worte, die uns helfen, über die moderne Rekonstruktion der Stadt und der Hollywoodvorstellung, die zeigen möchte, wie es gewesen sein könnte, hinauszuschauen, und zu einer komplexen Geschichte zu sehen, die uns zeigt, wie das Leben wirklich ist. Nächstes Mal, wenn sie den zweiten Teil des Neuen Testaments lesen, erwägen sie, die kulturellen und historischen Lücken in den Geschichten zu füllen, die wir in der Apostelgeschichte finden. Es wird eine interessante und vollständige Welt eröffnen, die uns hilft, die Schriften von Paul, Lukas, Peter, und anderen in einem Kontext zu sehen.


Trachtet nach Wissen

POSTED BY: holzapfel

07/13/09


Heilige der letzten Tage mögen es sehr, einen Satz einer modernen Offenbarung zu zitieren: „trachtet nach Wissen, ja, durch Studium und auch durch Glauben” (Lehre und Bündnisse 88:118). Vom Anfang der Wiederherstellung in den 1820er Jahren an, hatte der Prophet Joseph Smith ein bestimmtes Thema für sein religiöses Streben nach Wissen, Licht, und Verständnis. Als er in ein Hain von Bäumen in der Nähe seines Hauses ging, um im Frühjahr 1820 zu beten, war Joseph Smith durch sein Vertrauen in ein biblisches Versprechen, welches wir in Jakob 1: 5 finden, angetrieben und wusste, dass er Wissen finden würde, wenn er darum strebte. Aus diesem Gebet resultierte die Erste Vision, in welcher Joseph den Vater und den Sohn sah—ein Anfang eines unerwarteten spirituellen Sonnenaufgangs für die Männer und Frauen in Josephs Zeiten, aber vorhergesehen von den Propheten und Aposteln der alten Zeit (siehe Apostelgeschichte 3: 20-21).

Evangeliumswahrheiten hörten nicht auf durch den jungen Propheten ans Licht zu kommen, als er persönlich danach strebte, Weisheit von Gott zu erlangen. Interessanterweise hat Joseph Smith nicht nur für diese Weisheit gebetet, sondern studierte auch das Wort Gottes und die Sprachen der biblischen Welt (zum Beispiel, Hebräisch und Ägyptisch), und praktizierte die Anweisung, nach „Wissen [zu trachten], durch Studium und auch durch Glauben.” Sein Beispiel in dieser zweiteiligen Bemühung hat ein Muster für die Heiligen der letzten Tage geschaffen, welches uns auch heute noch herausfordert.

In letzter Zeit gab es eine Explosion von Selbsthilfebüchern für „Dumme” oder Bücher, die etwas leichter machen sollen. Mit weniger Zeit in einer beschäftigten Welt, halten wir oft nach einer schnellen Antwort für unsere Probleme Ausschau. Trotzdem, wenn wir diese Bemühungen auf die Schriften anwenden, auch wenn sie beliebt und nur gutes beabsichtigen, helfen sie einem nicht unbedingt, ein besseres Verständnis von einem Thema zu erreichen. Mein Kollege Robert J. Millet meinte vor kurzem, dass wir die Schriften verständlich brauchen, nicht einfach. Ich glaube nicht, dass er damit ein semantisches Spiel spielen wollte, sondern dass der den wichtigen Unterschied zwischen diesen beiden Denkansätzen identifizierte.

Erfreulicherweise hilft uns Joseph Fielding McConkie, emeritierter Professor für altertümliche Schriften an der BYU, durch sein neuestes Buch Between the Lines: Unlocking Scripture with Timeless Principles (Honeoye Falls, NY: Digital Legend, 2009) versucht, die Schriften verständlicher zu machen.

Was ich am Meisten an diesem Buch mag, ist, dass es mich dazu gezwungen hat, darüber nachzudenken, wie wir die Schriften lesen und studieren. Manchmal, um unsere Gedanken zu fokussieren, ist es wichtig, zu bedenken, wie und warum wir eine etwas routinemäßiges, zum Beispiel in den Schriften zu lesen, tun. McConkie ist nicht an „Vorgängen” interessiert, sowie welche Farbe und welchen Stift man benutzt, um die Schriften zu markieren oder ob man überhaupt die Schriften markieren sollte. Sein Ziel ist es, das Schriftstudium zu verbessern, indem er „zeitlose Prinzipien [anbietet], die das Verständis der Schriften im Allgemeinen fördern” (viii).

Das Buch enthält mehr als nur Ideen für ein besseres Verständnis der Schriften. Es gibt euch konkrete Anregungen. Zum Beispiel regt der Autor uns an, dass wir uns die „vielen Bibeln zum Studieren” (29) zu Nutze machen. Er selbst nutzt gerne Die Archäologische Studienbibel, Die Jüdische Studienbibel, Die Katholische Studienbibel, und eine Vielfalt von evangelischen Bibeln” (29) und er selbst listet eine kurze Liste dieser Bibeln in dem Kapitel „Quellen” auf (165-66).

Es gibt auch viele unbeschwerte Momente, die im gesamten Buch verteilt sind, Der Autor beschreibt die vielen gebräuchlichen Praktiken, die wir seit Jahren anwenden, und die uns vielleicht davon abhalten, die Schriften wirklich zu verstehen. Es ist gesund, von Zeit zu Zeit über uns selbst zu lachen, besonders, wenn wir daran denken, dass wir selbst die Schriften wohl einige Male „missbraucht” (viii) haben. Ich empfehle dieses Buch an alle, die die Qualität ihres Schriftstudiums und des Lehrens der Schriften verbessern wollen.



Großzügigkeit der Community of Christ Archive, Independence, Missouri

Gasteintrag von Kent P. Jackson, Professor für altertümliche Schriften.

Diesen Monat feiern wir das 179te Jubiläum von etwas, was die meisten Heiligen der letzten Tage als selbstverständlich ansehen. Es war im Juni 1930, nur zwei Monate nachdem die Kirche organisiert wurde, dass der Prophet Joseph Smith die Arbeit an der Übersetzung der Bibel begann. Heute nennen wir sie meist die Joseph Smith Übersetzung—JST als Kürzel—aber der Prophet nannte sie die neue Übersetzung. Die ersten neunzehn Seiten, offenbart zwischen Juni und dem Ende des Jahres 1830, enthalten die Neubearbeitung der ersten Kapitel von Genesis. Als die Köstliche Perle im Jahre 1851 kreiert wurde, wurden diese Genesis Kapitel eingeführt, wo sie auch heute noch sind. Das ist das Buch Moses.

Gibt es irgendetwas Neues in der neuen Übersetzung? Lassen Sie uns in ein Kapitel schauen; das allererste Kapitel der Übersetzung, offenbart im Juni 1830.

Was wir jetzt Moses Kapitel 1 nennen, ist der Text einer Vision, die Moses erlebte, bevor der Herr ihm die Beschreibung der Schöpfung offenbarte.

Aus diesem einen Kapitel allein können wir viel lernen.

Moses spricht mit Gott “von Angesicht zu Angesicht”, was stark andeutet, dass Gott gewiss ein Gesicht hat. Wir lernen etwas über Gottes einzig gezeugten Sohn. Als der Vater mit Moses spricht und ihn über Jesus Christus unterrichtet, werden wir durch klare schriftliche Begriffe daran erinnert, dass der Vater und der Sohn zwei getrennte Wesen sind. Wir lernen zusätzlich etwas über uns selbst, dass wir—unseren eigenen Hilfsmitteln überlassen—„nichts” sind und trotzdem sind wir Söhne und Töchter eines Gottes, der uns in dem Bild seines einzig gezeugten Sohnes geschaffen und mit enormen Potential ausgestattet hat.

Wir lernen von Gottes Herrlichkeit, von der celestialen Kraft, die von ihm auströhmt und um ihn herum besteht. Menschen müssen verklärt werden, um Gottes Herrlichkeit Stand halten zu können, aber Satan kann nur behaupten, es zu besitzen und besitzt die Herrlichkeit gar nicht. Wir sehen Gott und Satan in starkem Kontrast nebeneinander gestellt und wir lernen, dass Satan ein krankhaftes Bedürfnis hat, verehrt zu werden und strebt dabei nur nach seinen eigenen Interessen.

Wir lernen auch etwas über Gottes Kraft und die Großartigkeit seiner Kreationen. Moses, eingehüllt in Gottes Herrlichkeit, war in der Lage, jedes Partikel dieser Erde zu sehen und jede einzelne Seele wahrzunehmen. Ihm wurden auch andere bewohnte Welten gezeigt—Welten ohne Zahl. Er lernte, dass Christus der Schöpfer aller dieser Welten ist, und lernte auch, dass es Gottes Werk und Herrlichkeit ist, die Unsterblichkeit und das ewige Leben für alle seine Kinder, die auf diesen Welten wohnen, hervorzubringen.

Es braucht nicht weiter betont zu werden, dass keine von diesen Erkenntnissen zu dem Christentum im Juni 1830 gehörte, als der Herr diese Dinge dem Propheten Joseph Smith offenbarte.

Gewiss gibt es viel „neues” in der neuen Übersetzung. Aber dies war auch nur das erste Kapitel.

Es ist daher die Einleitung des Buches Genesis. Dies ist eines der außergewöhnlichsten Kapitel in den Schriften und ist voll von Glaubenslehren, die die Heiligen der letzten Tage von anderen Menschen, die an die Bibel glauben, hervorheben. Obwohl die Vision von Moses ein biblisches Ereignis ist und in einem biblischen Kontext geschah, gibt es keinen Beweis dafür im Alten Testament. Es hat überhaupt kein biblisches Gegenstück. Aber es ist eines der großen Juwelen der Wiederherstellung—eine richtige Perle von großem Wert.


Eine Million Wörter?

POSTED BY: holzapfel

06/17/09


Gemäß CNN am letzten Mittwoch, hat die englische Sprache ihr millionstes Wort hinzugefügt. Akademiker argumentieren, dass es noch nicht einmal möglich ist, die Anzahl der Wörter zu zählen, und dass solche Bekanntmachungen mehr Schwindel als Substanz beeinhalten. Trotzdem scheint jeder zuzustimmen, dass Englisch mehr Wörter besitzt, als irgendeine andere Sprache auf der Welt und das sie stetig wächst. Die chinesische Sprache, wird, zum Beispiel, auf um die 450,000 Wörter geschätzt—ein weit entfernter zweiter Platz hinter Englisch, selbst mit einer konservativen Zählung. Das Oxford English Dictionary hat um die 600,000 Einträge.

Heute sprechen um die 2 Milliarden Menschen Englisch. Mehr Dokumente, Artikel, und Bücher werden ins Englische übersetzt als in irgendeine andere Sprache. Zum Beispiel gibt es nur um die dutzend Übersetzungen von Homers Werken im Französischen. Allerdings gibt es mehrere hunderte im Englischen. Englisch bleibt weiterhin die Sprache der Wirtschaft und des Internets.

Ein Grund, warum Englisch so eine durchdringende Sprache ist, ist, weil sie neue Wörter akzeptiert. Während viele Puristen versuchen, Wände um ihre Sprache zu bauen, adoptiert Englisch neue Wörter der ganzen Welt und passt sie an.

Ein weiterer Grund für ihre Verbreitung ist die Einflussnahme der englischen Bibel, welche viele ihrer Wörter und Redewendungen bis zu ihrem Übersetzer William Tyndale zurückverfolgen kann. David Daniel, emeritierter Englischprofessor des University College London und Ehrenstipendiatsträger von Hertford und St. Catherine’s Colleges, Oxford, bemerkte, dass “die englische Sprache, als Tyndale [1494-1536] begann, zu schreiben, eine unbekannte Sprache in Europa war” (The Bible in English [New Haven: Yale, 2003], 248).

Tyndale’s Übersetzung prägte frische Wörter und Redewendungen, welche auch heute noch nachhaltige Emotionen übertragen. Seine Führung im Englischen und den altertümlichen biblischen Sprachen (Hebräisch und Griechisch) war außergewöhnlich, und sein “Talent in der englischen Sprache ist unermesslich” (158). Die King James Bible Übersetzer “nahmen seinen Stil, und seine Wörter für einen großen Teil ihrer Version über” (158).

Etliche Worter oder Redewendungen, die er beisteuerte enthalten “Sühnopfer” (Atonement), “Passah” (Passover), “Lass es Licht werden” (Let there be light), “Ich bin der gute Hirte” (I am the good shepherd) und “Gib uns heute unser täglich Brot” (Give us this day our daily bread; Matthäus 6:11). Daniel bemerkt die Zeitlosigkeit dieser letzten Übersetzung:

“Die Einfachheit dieser sieben Worte, in sächsischem Vokabular und Satzbau, gleicht dem Original koiné (gebräuchlichem) Griechisch, hat seit 1526 in fast allen englischen Bibelübersetzungen Bestand, und ist in den Büchern des 20. Jahrhunderts zu finden, manchmal mit der Veränderung von “heute” zu “diesen Tag” (133).

Ob der letzte Mittwoch nun so ein besonderer Tag für die englische Sprache war, oder nicht—solch eine Bekanntmachung zieht unsere Aufmerksamkeit auf diese unglaublich resistente Sprache, welche in jeden Winkel und jedes Versteck auf dem Globus schleicht.


Erinnere dich an den Sabbat

POSTED BY: holzapfel

06/08/09


Das Buch Exodus bewahrt die 10 Gebote, einschliesslich Exodus 20: 8 “Gedenke des Sabbats, dass du ihn heilig hältst” auf. Von früheren Zeiten an wurde die Bedeutung des vierten Gebotes diskutiert und debattiert. Erfreulicherweise hat der BYU Professor für Geschichte, Craig Harline, eine Geschichte über die Bemühungen, einen speziellen Tag in der Woche hervorzuheben, verfasst. Das Buch trägt den Titel Sunday: A History of the First Day from Babylonia to the Super Bowl (New York: Doubleday, 2007).

Harline’s Geschichte beginnt an einem besonderen Super Bowl Sonntag und richtet das Augenmerk auf die Reaktion seiner neunzigjährigen Großmutter, als diese bemerkte, wie sich die Familie für dieses TV Ereignis vor dem Fernseher versammelte. Sie verließ schließlich das Zimmer, und fragte sich, wie die Gesellschaft nur zu so einem Punkt kommen konnte. Er gibt auch seine Besorgnisse bekannt, aber aus einem anderen Grund. Harline erinnerte sich, dass er “von dem Sonntagsteil vom ‘Super Bowl Sonntag’ betroffen war. Wie konnte das passieren?” (viii). Dieses Buch beantwortet diese Frage.

Der Autor ist ein exzellenter Schriftsteller und ein rücksichtsvoller Beobachter der Menschen und Plätze, einschliesslich Texte, sowohl altertümlich als auch modern. Er erklärt nicht nur die Geschichte und Vergangenheit wichtiger Worte wie Sabbat oder Sonntag, sondern bindet auch die Lebenserfahrungen vieler realer Menschen mit ein, die versuchten, die Bedeutung von spezieller Zeit, wie von Feiertagen oder heiligen Tagen, herauszufinden. Er bietet Wortbilder des Lebens des altertümlichen Mittelmeerraumes; mittelalterlichen und modernen Europas; und des 19. und 20. Jahrhunderts in England und den Vereinigten Staaten.

Unter den hunderten von Einsichten, sind die folgenden zwei diejenigen, die mir geholfen haben, die Vergangenheit zu rekonstruieren, um die Gegenwart schätzen zu lernen.

Erstens, durch die Erschaffung des “freien Samstagnachmittags” in England begann das “Wochenende”. Viele “Länder übernahmen sowohl den Begriff, als auch die [englische] Ausübung des “Wochenendes” nach dem 1. Weltkrieg (217). Diese Rekonstruktion der Woche, von einer sechstägigen Arbeitswoche, stellte viele zusätzliche Möglichkeiten der Ruhe und des Engagements in Freizeitaktivitäten bereit. Manche Leute behaupteten, dass der Zweck eines freien Samstagnachmittags darin bestand, Menschen die Möglichkeit zu geben, das zu tun, was an einem Samstag erledigt werden musste, um den Sonntag für Gottesdienste und ruhige Meditation frei zu halten, wie es an einem traditionellen englischen “ruhigen Sonntag” üblich war (218). Stattdessen, “die, die wünschten, der englische Sonntag würde erweitert, behaupteten trotz eines Anstiegs in freier Zeit, dass neue Freizeitmöglichkeiten und Einrichtungen nicht genug wären, um alle Menschen einzubringen, die es sich wünschten. Deshalb sollten sie auch an Sonntag bereitgestellt werden” (218).

Zweitens, für viele, die an Sonntag am Sport teilnahmen, enstand die noble Idee, dass Sport “der Träger vieler moralischer Werte” wie “Teamgeist, Disziplin, Selbtlosigkeit, und mehr” sein könne” (261). Eigentlich war so die Teilnahme (nicht das schauen) von “guten Spielen” besser, als Karten zu spielen oder Zeit in einer Kneipe zu vergeuden. Wie ein Engländer argumentierte: “Unsere Spiele halten uns gesund, und bedeuten, dass wir vom Gewohnheitstrinken und zu spätem Aufbleiben,etc., Abstand nehmen” (261). Dies schien besonders nach der Verschiebung von der Teilnahme am Sport zum Zuschauen am Sport an Sonntagen, legitim. Harline demonstriert, dass Ausübungen am Sabbattag weiterhin dabei sind, sich zu verändern, und fügt hinzu, “Wir können mit Sicherheit sagen, dass dieser Prozess weitergehen wird: Sonntage werden sich verändern, während sich die Welt herum ändert.” Trotzdem erklärt er, “Wir können genauso sicher sagen, dass der Sonntag, trotz der Veränderungen seinen besonderen Charakter behalten wird, egal, wie man dies verstehen mag” (381).

Ich habe vieles von meinem Kollegen gelernt und werde viele der überzeugenden Einsichten in meiner Honors Neuen Testaments-Klasse mit einbinden, wenn ich über die Sabbatdiskussionen zwischen Jesus und den Pharisäern lehre, wie es in den Evangelien geschrieben steht. Ich werde es auch bei den modernen Offenbarungen über den heiligen Tag des Herrn (section 59) in meiner Honors Lehre und Bündnisse- Klasse mit einbinden, wenn ich diese im kommenden Herbstsemester an der BYU unterrichte.


Christen im Heiligen Land

POSTED BY: holzapfel

06/01/09


Während des Monats Ramadan fasten Muslime jeden Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und zelebrieren dieses Ereignis jeden Abend mit einem Abendessen im Familienkreis. Vor ein paar Jahren führte ich eine Gruppe von BYU Jerusalem Studenten während dieser speziellen Zeit auf einen Ausflug zur Westbank (heute bekannt als das palästinensische Gebiet, oder einfach als Palästina). Nablus, früher Shechem, war gerade dabei, zu einem der Flammpunkte in dem Israel-Palästina Konflikt zu werden, also begleitete uns ein BYU palästinensischer Wachmann (der von den Studenten sehr gemocht wurde) für zusätzliche Sicherheit durch unseren Ausflug. Als wir uns auf den Rückweg nach Jerusalem machten, waren die Studenten überrascht, als er sein Mittagessen auspackte und anfing, es zu essen. Als er sich mit dem Sandwich in der Hand umsah, erklärte er den geschockten Studenten, dass er selbst Christ sei. Es war ihnen nicht in den Sinn gekommen, dass einer der Wachmänner Christ hätte sein können; sie waren einfach davon überzeugt, er sei auch Muslime.

Meine Erfahrung als Reisedirektor durch das Heilige Land sagt mir, dass die meisten nordamerikanischen Touristen annehmen, dass alle Palästinenser oder arabische Israeliten, Muslime seien. Wahrhaftig sind die arabischen Christen die “verlorenen Gläubigen” (siehe “The Forgotten Faithful: Arab Christians,” National Geographic, June 2009, 78–97).

Überraschenderweise waren 26 Prozent im Jahre 1914 in dem Gebiet, welches heute als Israel, Jordanien, Libanon, Palästinensische Gebiete, und Syrien bekannt ist, Christen (87). Vor nicht allzu langer Zeit waren palästinensische Christen die Mehrheit in Bethlehem, und repräsentierten um die 80 Prozent der Bevölkerung. Der Rückgang in Bethlehem, und auch in Nazaret, geht Hand in Hand mit den Ereignissen der gesamten Region, wo Christen nun weniger als 9 Prozent der gesamten Bevölkerung formen. Ironischerweise sieht fast der gesamte Westen diesen Christen heutzutage misstrauisch entgegen, und gleichzeitig werden sie zunehmend an den Rand gedrängt und selbst gezwungen, zu konvertieren oder vor ihren muslimischen Nachbarn zu fliehen. Sie stecken sprichwörtlich in der Klemme.

Es ist interessant anzumerken, dass es viele sehr bekannte Christen aus dem mittleren Osten gab, oder auch mit solch einer Erbschaft. Zum Beispiel Abdalá Jaime Bucaram Ortiz, libanesischer katholischer Präsident aus Equador (1996-97); John Sununu, palästinensischer-libanesischer griechisch-ortodoxer Christ und politischer Leiter in den USA.; Carlos Ghosn, libanesischer maronitischer Christ und Firmenchef von Nissan und Renault; Hanan Ashrawi, anglikanischer-palästinensischer Aktivist und Pressesprecher für die palästinensische Behörde; Paul Anka, syrisch-christlicher Popsänger in den USA; Salma Hayek, libanisch-mexikanisch römisch-katholische Schauspielerin; Azmi Bishara, arabisch-israelitisch griechisch-orthodoxes Mitglied des israelischen Parlamentes; und Tony Shalhoub, libanesisch-maronitischer Christ und Emmy Award Träger und TV-Star der Serie Monk. Ein paar mehr Erfahrungen im Mittleren Osten decken die einzigartige Situation auf, in welcher sich die Christen dort heutzutage befinden.

In einer persönlichen Unterhaltung mit einem palästinensisch-christlichen Freund vor ein paar Jahren sagte er mir, dass er nicht unter israelitischer Besatzung leben wollte, aber dass er gleicherma ürchtete, dass wenn die Palästinenser ihre eigene Nationen gründeten, es ein islamisch-religiöser Staat werden könnte. Und in was als ruhige Verzweiflung beschrieben werden kann, fügte er hinzu: “Hier könnte es keine Zukunft für mich und meine Familie mehr geben”, einem Land, in dem das Christentum geboren wurde und in dem seine Familie für mehr als 500 Jahren als Christen lebte.Während einer Tour des Heiligen Landes vor 5 oder 6 Jahren, unterhielten sich mehrere Teilnehmer mit einem Palästinenser während einer unserer Pausen. Offenbar hatte die kurze Diskussion mit ein paar harmlosen Fragen über seine Meinung zum Konflikt zwischen Israel und Palästina begonnen. Als sie jedoch mit ihm sprachen, wurde es klarer, dass sie die aktuellen Methoden des Staates Israel unterstützten, einschliesslich der Ausdehnung der jüdischen Siedlungen in das palästinensische Gebiet der Westbank hinein. Ich hörte immer mehr zu, als sie ihn fragten: “Warum ziehen die Palästinenser nicht einfach nach Jordanien und erlauben den Israeliten, ihr eigenes Land zu bekommen?” Offenbar nahmen sie an, dass die Palästinenser nicht die gleiche historische Verbindung zu dem Land hatten, wie die Juden—als wären die Palästinenser, wie die Muslime, Fremdlinge und Ausländer im Heiligen Land.

Die Touristen waren überrascht, als er erleuterte: “Warum denkt ihr Amerikaner nicht an uns oder sorgt euch, eure christlichen Brüder und Schwestern? Sind wir nicht auch Nachfolger von Jesus Christus, genau wie ihr? Sind nicht Bethlehem, Nazaret, Capernaum, und Jerusalem auch für uns heilig?” Dann erklärte er, dass er ein palästinensischer Christ sei—kein palästinensischer Muslime. Sie hatten auch, wie meine BYU Studenten, angenommen, dass alle Araber und Palästinenser Muslime wären. Sie endeckten in ihrer Unterhaltung, dass seine Familie schon seit Jahrzehnten in dem Land lebte und dass sie schon weit länger Christen waren, als ihre eigenen Familien, die wohlmöglich Bauern in der Provinz in Europa waren, als seine Vorfahren das Christentum zweitausend Jahre zuvor im Heiligen Land annahmen. Irgendwie schien es jetzt falsch für sie, dass gläubige Christen, die schon so lange in dem Land wohnten, verfolgt, vertrieben, und durch konkurririende politische, ökonomische und religiöse Ideologien der Region in die Enge getrieben wurden.

In diesem Monat ist der National Geographic Article über die Christen des Mittleren Ostens eine wunderbare Einführung ihrer Geschichte und hebt einen wichtigen Einblick des Konfliktes hervor, mit dem wir doch nicht so vertraut zu sein scheinen, wie wir denken. Am Ende ist es alles doch sehr viel komplexer, als wir generell annehmen.


Gott ist zurück

POSTED BY: holzapfel

05/27/09


Während der letzten zweihundert Jahre haben europäische Denker wie Karl Marx, Emile Durkheim, und Max Weber geglaubt, dass Religion verloren und Gott tot sei. Aber Geschichte scheint uns immer wieder zu überraschen. Wenige der politischen Führer und Akademiker der Vergangenheit hätten gedacht, dass Menschen des Glaubens und deren Institutionen solch eine große Rolle in der heutigen Welt spielen würden. Selbst die Ereignisse des 11. September 2001 haben demonstriert, dass das, was in religiösen Schulen und Saudi Arabien unterrichtet wird, verstanden werden sollte, unabhängig davon, wo man lebt. Zusätzlich haben die 2008er Präsidentschaftswahlen in den USA gezeigt, dass religiöse Überzeugungen weiterhin von großer Bedeutung sind, obwohl die Amerikanische Konstitution keine Angaben über die Religion der Präsidentschaftskanditaten anfordet (Artikel VI, Absatz 3 sagt: “Kein religiöser Test soll jemals als eine Qualifikation eines Amtes oder des öffentlichen Vertrauens in den Vereinigten Staaten gefordet werden”).

Eine der letzten Bemühungen zu verstehen, warum und wie der Glauben sich in dem Gesicht des tiefdringenden und tiefsinnigen Säkularismus erholt, kann in John Micklethwait und Adrian Wooldridge’s Buch God Is Back: How the Global Revival of Faith Is Changing the World (New York: Penguin, 2009) erkannt werden. Übrigens werden die Heiligen der letzten Tage mehrfach genannt (siehe Seiten 18, 19, 65, 115, 124, 229, 233, 350, 357, 371).

Die Autoren beschreiben ihre Bemühungen als eine “lange Reise” und fügen hinzu: “Es gibt keinen Zweifel daran, dass die gesamte Nachricht [dieses Buches] viele Sekularisten deprimieren wird; oft ist es sogar uns so gegangen. Viele schreckliche Dinge sind bereits in diesem Jahrhundert in Gottes Namen geschehen. Viele mehr sind ohne Zweifel auf dem Weg.” Sie fassen zusammen: “Ungleichmäßig und schrittweise wird Religion eine Angelegenheit der eigenen Wahl—etwas, was Menschen selbst entscheiden oder glauben (oder nicht)”(s. 372). Dieses Modell, in welchem die eigenen Wahl eine zentrale Rolle in der Entscheidung des Glaubens oder Nicht-Glaubens spielt, ist durch und durch amerikanisch. Demzufolge ist die Welle in der Zukunft das amerikanische Modell, in welchem es keine feststehende staatliche Kirche gibt und Menschen selbst entscheiden, was sie glauben möchten.

  • Dieses Buch bietet viele überraschende Einsichten, so zum Beispiel: “Bis 2050 könnte China eine der weltgrößten muslimischen Nationen, und die größte christliche Nation sein.” (5)
  • “Viele ältere Konflikte forderten eine religiöse Grenze. Der giftige 60-jährige Krieg über Palestina begonn als eine weltliche Affäre… Heutzutage, in dem Zeitalter der Hamas, jüdischen Siedler, und christlichen Zionisten, hat sich der Israelisch-Palestinänsische Konflikt zu einem sehr polarisiertem, sektiertem Kampf entwickelt, mit immer mehr Menschen, die behaupten, Gott wäre auf ihrer Seite” (13).
  • “Eine Befragung in 2006, 16 Jahre nach dem Fall der Sovietordnung, entdeckte, dass 84 % der russischen Bevölkerung an Gott glaubten, während sich nur 16 % als Atheisten beschrieben” (13).
  • “Die meisten Statistiken scheinen zu zeigen, dass die globale Strömung hin zum Sekularismus unterbrochen wurde, und viele andere zeigen, wie sehr Religion wieder auf dem Vormarsch ist. Eine Einschätzung deutet an, dass die Proportion der Menschen, die mit den vier größten Religion verbunden sind (Christentum, Islam, Buddhismus, und Hinduismus) von 67 % im Jahre 1900 zu 73 % im Jahre 2005 gewachsen ist; und könnte 80 % bis zum Jahre 2050 erreichen” (16). “Wie auch immer man es sehen möchte, der Glaube wird uns mehr beeinflussen, als er es früher tat. Vielleicht, weil es ein Teil ihres Lebens ist oder eines Menschen, um uns herum—Nachbarn, Kollegen auf der Arbeit, und sogar Machthaber oder Menschen, die versuchen, diese zu stürzen” (24).
  • “Die gründlichste Studie über amerikanische religiöse Überzeugungen demonstriert klar und deutlich, dass das mächtigste Land der Welt auch ein das religiöste Land ist. Mehr als 9 von 10 Amerikanern (92 %) glauben an die Existenz Gottes oder eines universellen Geistes” (131).
  • “Sozialforscher haben einen Berg voller Beweise produziert, welcher zeigt, dass Religion gut für Menschen ist….Daniel Hall, ein Doktor der Universität von Pittsburgh Medical Center hat entdeckt, dass wöchtentliche Teilnahme an einem Gottesdienst das Leben bis zu drei Jahre verlängern kann” (131).
  • “Religion scheint auch mit Freude verbunden zu sein. Einer der erstaunlichsten Funde der Pew regulären Studie fand, dass Amerikaner, die einen religiösen Gottesdienst ein bis mehrmals in der Woche besuchten, glücklicher sind (43 % sehr glücklich), als die, die monatlich oder weniger (31 %) gehen oder überhaupt nicht (26 %)” (147).
  • Religion kann schlechtes Verhalten bekämpfen und Wohlbefinden unterstützen” (147).
  • “Religion scheint auch soziale Verbindungen zu bieten. …Kirchen bieten einen sicheren Platz, wo Menschen sich gegenseitig kennenlernen und Informationen austauschen können. Sie bringen Menschen mit Problemen mit den Menschen, die mit Lösungen helfen können, zusammen” (148-49).

Am Ende erinnert uns der Autor, wie falsch frühere Experten über Gott und Religion dachten, einschließlich Peter Berger, der der New York Times in 1968 versicherte, dass “im 21 Jahrhundert, religiöse Gläubige, nur noch in kleinen Sekten gefunden werden, die sich zusammengedrängt gegen eine weltweite sekuläre Kultur wären wollen” (52).

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